Full text: Schulbuchforschung in Europa - Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektive

 
nach Braunschweig zu holen, um sie dem Entschwinden zu entreißen und für eine späte- 
re historisch-vergleichende Forschung zu erhalten. 
Die neuen Schulbücher in den ost- und südosteuropäischen Ländern werden zum gro- 
ßen Teil von völlig neuen Inhalten bestimmt, die die eigenen regionalen bzw. nationalen 
Entwicklungen in das Zentrum der Darstellung rücken, um die zerbrochene Welt mit 
neuen Identifizierungsangeboten zu kitten und gleichzeitig den Abgrenzungsprozess von 
der Vergangenheit zu beschleunigen. 
Kontinuierliche Bibliotheksbemühungen um den Aufbau einer europäischen Schul- 
buchsammlung haben dazu geführt, dass sich in Braunschweig ein inzwischen hervorra- 
gendes Arbeitsinstrument in Form einer Quellenbibliothek für das Schulbuch etabliert 
hat. Nur so war und ist es möglich, an einem Ort vergleichende Bildungsforschung auf 
europäischer Ebene betreiben zu können. 
Am Rande: Außereuropäische Schulbücher 
Die Kapazitäten des Georg-Eckert-Instituts im Hinblick auf Raum, Personal und Finan- 
zen lassen es nicht zu, die konstante Sammeltätigkeit auch auf den außereuropäischen 
Raum auszudehnen. Deshalb werden in der Regel für diese Bereiche nur dann Schulbü- 
cher angeschafft, wenn neue Projekte des Instituts dies erforderlich machen. Allerdings 
sind trotz dieser Einschränkungen auf diesem Wege zum Teil recht beachtliche Schul- 
buchabteilungen entstanden, was auch damit zu tun hat, dass langjährige Forschungskon- 
takte regelmäßige Neuzugänge aus verschiedenen außereuropäischen Ländern in die 
Bibliothek einfließen lassen. Das trifft z.B. auf die Bestände aus den USA, aus Israel, 
aus Japan und aus China zu. 
Mit wenigen Ausnahmen sind die außereuropäischen Bestände leider nicht bibliothe- 
karisch erschlossen, so dass es keine Daten gibt, die über den Katalog zur Verfügung 
stehen. Die Bücher können ausschließlich am Regal identifiziert werden. 
Die historische deutsche Sammlung: 
Schulbücher vor 1945 bis zurück in das 18. Jahrhundert 
Unabhängig von den fortwährenden, der Aktualität verpflichteten Bestandsergänzungen 
haben sich daneben bereits seit Gründung des Internationalen Schulbuchinstituts im 
Jahre 1951 alte deutsche Schulbücher angehäuft, die meist durch Schenkungen und 
Nachlässe ins Institut kamen. Diese hatten bis Mitte der 80er Jahre ein Volumen von ca. 
8000 Bänden angenommen, waren bis dahin Jedoch nicht katalogisiert. Zum Glück ge- 
lang es, die DFG für eine Unterstützung zu gewinnen, so dass über mehrere Jahre finan- 
zielle Mittel bereitgestellt wurden und somit eine bibliothekarische Erschließung reali- 
siert werden konnte. Diese wurde 1993 abgeschlossen. Obwohl bis heute keine etatisier- 
te Personalstelle für diesen historischen Spezialbestand zur Verfügung steht, bemüht sich 
die Bibliothek, soweit es im Rahmen ihrer begrenzten Kapazitäten überhaupt möglich 
ist, diesen Bereich auszubauen, der inzwischen mit fast 24 000 Bänden das doppelte 
Volumen erreicht hat. Dabei kommt sie einem wachsenden Forschungsinteresse entge- 
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