Full text: Schulbuchforschung in Europa - Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektive

 
 
zwischen historischem, geographischem und politischem Unterricht einerseits und den 
durch die allgemeine politische Kultur — zu ihr tragen in zunehmendem Maße die Me- 
dien Rundfunk, Fernsehen und Film bei — vermittelten Vorurteilen und Fehlwahrneh- 
mungen im Alltagsbild der Schüler andererseits“.” 
Obgleich das Eckert-Institut sowohl personell als auch institutionell größer dimensio- 
niert ist als irgendein anderes Institut, das Schulbuchforschung leistet, ist das Erkun- 
dungsinteresse der in Braunschweig betriebenen Forschung nicht auf sämtliche Schul- 
buchtypen ausgedehnt worden, die über politisch relevante Inhalte verfügen, so wie etwa 
auf die Fremdsprachenbücher, Religions-, Ethik- oder Biologiebücher. Ein Institut kann 
nicht „alles“ leisten, aber es ist klar, dass andere Institute genau so viele Aufgaben fin- 
den könnten wie das Eckert-Institut. 
Wie das Eckert-Institut in Braunschweig, verdankt das Institut für Schulbuchfor- 
schung in Duisburg seine Entstehung einem politisch versierten und einflussreichen 
Forscher, dem Politikwissenschaftler Horst E. Schallenberger. Er setzte bei der Grün- 
dung im Jahre 1977 voraus, das Institut werde ad infinitum an der damals neuen Univer- 
sität/ Gesamthochschule Duisburg, die sich hernach den Namen des weltkundigen Geo- 
graphen Gerhard Mercator gab, bestehen bleiben. Neugründungen von Universitäten 
bieten Chancen, die Forschung und Lehre auf Sachfelder zu lenken, die noch Neuland 
der Forschung und daher besonders attraktiv sind. Das Duisburger Institut sollte keines- 
wegs eine Doublette zum Braunschweiger sein, sondern sich mit Themen und Problemen 
beschäftigen, die vom Eckert-Institut nicht okkupiert worden waren. An den Titeln der 
vom Duisburger Institut herausgegebenen Publikationen lässt sich ablesen, was für das 
Institut vordringlich war. Es wandte sich nicht wie das Braunschweiger vorwiegend 
historischen, sondern aktuellen Problemen zu, und diese waren zumeist politischer Art, 
weil sowohl Horst E. Schallenberger als auch sein Kollege Gerd Stein als Politikwissen- 
schaftler am Institut wirkten. Die politische Relevanz von Schulbuchinhalten und 
methoden sowie die auf Schulbücher bezogene Politik wurden vielseitig untersucht, 
meistens mit aktuellen Bezügen zur Zielsetzung, zur Erarbeitung und zur Anwendung 
von Schulbüchern. 
In den Duisburger Veröffentlichungen bezieht sich Schulbuchforschung oft auf Revi- 
sion von Schulbüchern. Dabei ergaben sich praktikable Maßstäbe für die Gestaltung und 
die Nutzung von Schulbüchern. Schulbuchrevision muss schon deshalb eine Dauerauf- 
gabe der systematischen Schulbuchforschung sein, weil auch in diesem literarischen 
Genre der Fortschritt der Wissenschaften sich amortisieren muss. Revision ist schon 
Re a I Sg weil Schulbücher häufig in Gefahr sind, hinter 
Da BR 2 # n a herzuhinken. Da ist Folgendes zu 
reren Jahren; der Basti im Verl hl ei a re ee Ye 
durch die staatlichen Zulaasen ER : je ua Be Ei mer Se ip 
gsinstanzen; ehe ein neues Buch in die Hände von Schü- 
lern und Lehrern gelangt, sind fast fünf bis zehn Jahre verstrichen, und schon dann be- 
steht das Omen der Verspätung. 
 
2 .-A8.0,;8.7. 
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