Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
teils in Verbindung mit Geschichte und Geographie, teils in Verbindung mit Wirtschaft 
und Recht, teils auch als eigenständiger Unterrichtszyklus.’ 
Didaktisch-methodische Ansatzpunkte 
In der Regel sind die Einführungen in die Politik an Schülerinnen und Schüler im Al- 
tersbereich von 12-16 adressiert; ein expliziter Bezug auf bestimmte Schulstufen oder 
Schultypen wird allerdings eher selten vorgenommen. Themenspezifische Referenzen 
werden selektiv aus dem juristischen Diskurs über Verfassungsrecht und Gesetzgebung, 
dem philosophischen Diskurs über Macht und Gerechtigkeit, dem historiographischen 
Diskurs über nationale und imperiale Traditionen sowie dem journalistischen Diskurs 
über das Zeitgeschehen gewonnen. Die Einführungen in die Politik sind von daher nicht 
selten eine Abbreviatur von Produkten akademischer Gelehrsamkeit wie der „Constituti- 
onal History of England“ des Historikers Henry Hallam (1777-1859), der mit großem 
Nachdruck herausgestellt hat, dass es seit Anbeginn der historischen Überlieferung in 
England um die Durchsetzung einer gemischten Regierungsform und einer limitierten 
Monarchie gegangen sei — wiewohl in einzelnen Perioden despotische Exzesse zu beo- 
bachten waren (vgl. Hallam 1884/ 1, S. If; 1884/ III, S. 83, 102f.). Zum juristischen 
Klassiker ist die Einführung in das Verfassungsrecht von Albert V. Dicey (1835-1922) 
geworden, die erstmals 1885 erschien und zu Lebzeiten des Autors acht Neuauflagen 
erlebte. Dicey räumt ein, dass die Verfassung auf den ersten Blick als Irrgarten erschei- 
nen möge; der sich aber auflöse, wenn sich der Blick auf das Wechselspiel von implizi- 
ten Regeln und expliziten Gesetzen konzentriere, das von zwei Prinzipien regiert werde: 
der Souveränität des Parlaments und der Rechtsstaatlichkeit (vgl. Dicey 1915, S. 313f.). 
Nicht minder wichtig als Vorlage für Schulbücher war das Buch von Walter Bagehot 
(1826-1877) über die „English Constitution“ (1867). Bagehot betont, dass die Verfas- 
sung nicht nur die Basis für einen effizienten Staatsapparat bilden muss, sondern auch 
einer symbolischen Qualität bedürfe, die den Respekt der wenig gebildeten Volksmasse 
sichere. Zwar möge es sein, dass diese Aura die Leistungsfähigkeit des Systems beein- 
trächtige, doch müsse das in Kauf genommen werden, sofern das der Stabilität des Ge- 
meinwesens diene (vgl. Bagehot 1867, S. 61). 
Während die politische Instruktion im 19. Jahrhundert noch stark der Rechtsgeschich- 
te verpflichtet war, weitet sich der Blickwinkel auf dem Hintergrund der Debatte über 
das Pro und Kontra der New Education aus. Dabei schälen sich drei didaktisch- 
methodische Ausgangspunkte heraus, die sich als institutioneller, sozialökologischer und 
zeithistorischer Ansatz charakterisieren lassen. 
 
Vgl. als Einblick in die schuls 
(1939, S. 219fF.). 
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pezifische Ausgestaltung von Lehrplänen zur politischen Bildung AECIT
	        

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