Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
 
zukünftiges Leben verantwortungsbewusst gestalten kann. Durch dieses Ziel werden die 
wesentlichen Inhalte bestimmt, die auch den Bezugsraum definieren. Eng verbunden mit 
dem kognitiven Aspekt der Elementarisierung ist ein instrumentaler, denn der Lernpro- 
zess erfolgt über den Einsatz (und damit Vermittlung und Verstärkung) von Methoden. 
Die Reduktion der Komplexität führt zu einer Verstärkung der Anschaulichkeit, 
gleichzeitig wird durch die Konkretisierung die Allgemeingültigkeit (Gesetzmäßigkeit) 
verringert. Elementarisierung kann, muss aber keinesfalls eine Reduktion der Wissen- 
schaftlichkeit einer Aussage bedeuten. Entscheidend ist eine möglichst genaue Festle- 
gung des Ziels, das mit der Elementarisierung erreicht werden soll. Das Elementare muss 
für das Verständnis des Gesamtzusammenhangs bedeutsam sein, steht also nicht nur für 
sich selbst, sondern ermöglicht erst ein weitergehendes Verständnis. 
Die Elementarisierung ist pädagogisch von mehrfachem Nutzen: zumindest die Basis- 
fakten, die grundlegende Struktur und der bestimmende Prozess werden vom Adressaten 
verstanden. Die Elementarisierung ist damit auch Vorstufe, um zusätzliche Fakten im 
Begriffraum zu erarbeiten, die dann vom Adressaten (d.h. hier dem Schüler) in den Ge- 
samtzusammenhang eingeordnet werden können. Dadurch ist auch ein Transfer in ande- 
re Bezugsräume möglich. 
Entscheidend wird damit die Festlegung des Ziels. Für das Schulbuch werden Ziele 
durch die Lehrpläne meist auf einer mittleren Abstraktionsebene festgelegt, die durch 
vorgegebene oder vorgeschlagene Inhalte konkretisiert werden. 
Vereinfacht basiert die Elementarisierung auf zwei Aspekten: 
1) Elementarisierung als inhaltliche Reduktion durch die Methode der Vereinfachung. 
Dem Schulbuchautor sind Ziele und daraus abgeleitet Inhalte vorgegeben. Seine 
Aufgabe besteht darin, einen wissenschaftlichen Sachverhalt für die kognitive Ver- 
ständnisebene des Schülers aufzubereiten. 
2) Elementarisierung als zielorientierte Eingrenzung des Unterrichtsgegenstandes, um 
einzelnen Aspekten oder auch Einstellungen und Wertehaltungen größeres Ge- 
wicht zu verleihen (vgl. Hamann in diesem Band). 
Träger der Elementarisierung 
I die Anforderungen des L i itive Situati 
STIURST ehrplans als auch die kognitive Situation 
er Jeweiligen Klassenstufe am besten kennen und über die Fähigkeit verfügen, Inhalte 
hulpädagogischer wie lernpsychologischer Erkenntnisse auf- 
wis . en sich bei der Abfassung der Texte auf 
senschaftliche Publikationen, wobei die „Geographische Rudschegt mit ihren von 
m für Lehrer verfassten Beiträgen führend ist. Lehrbücher 
(Kollegstufe) verwenden in hohem Maße direkt wissen- 
 

	        

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