Full text: Elementarisierung im Schulbuch

Folgende Prinzipien der Elementarisierung, nach denen der vorliegende Beitrag ge- 
gliedert ist, können genannt werden: 
1. Reduzierung von Quantität 
2. Thematische Einbettung 
3. Vermeiden von Terminologie 
4. Verkürzung von Lernwegen 
5. Schülerorientierung 
6. Thematisierung des Mediums 
Im Ergebnis wird hier also nicht die Klärung des Begriffes der Elementarisierung für die 
Deutschdidaktik vorgenommen, sondern es werden Prinzipien vorgestellt, die einen 
Einblick in die Gestaltung von Deutschunterrichtswerken der gegenwärtigen Generation 
gewähren. Dass dabei sinnvolle und weniger sinnvolle Vorgehensweisen ans Licht 
kommen, liegt in der Sache begründet; diese Beobachtung stellt aber bereits ein wichti- 
ges Ergebnis dar, nämlich dass jede Elementarisierung, jedes (notwendige) Vermeiden 
von Komplexität und damit jedes Bemühen um Ordnung zugleich ein Auseinanderreißen 
von Zusammenhängen bedeutet. 
1 Reduzierung von Quantität 
Im Hinblick auf die Texte, die in Sprachbüchern präsentiert werden, fällt auf, dass es 
zum einen wenig Texte gibt, dass diese Texte zum anderen sehr kurz sind. 
In Mobile finden sich auf den fünf Seiten zum Thema Berufe zwei historische Skiz- 
zen zu Berufen früher und heute, zwei Fotos von Frauen im Beruf, zwei Schilder von 
Straßennamen mit Berufsbezeichnungen, ein zehnzeiliger Text „Berufsbeschreibung‘“, 
ein fünfzeiliger Text in der Ich-Perspektive, eine Tabelle über Berufe, Werkzeuge, Klei- 
dung und Arbeitsorte; ein grammatischer Zugriff; eine kurze Geschichte mit Nonsensbe- 
rufsbezeichnungen sowie ein Infotext über Männer- und Frauenberufe (vgl. Mobile, 
S. 20-24). 
Auf ähnliche Weise werden weitere Themen in diesem und in anderen untersuchten 
Sprachbüchern abgehandelt, selten gibt es Texte, die einen Umfang von zehn Zeilen 
überschreiten. 
Die Darstellungsweise des Materials, bei dem neben kurzen Texten viele andere visu- 
elle Reize sowie diskontinuierliche Texte präsentiert werden, kann als Collageprinzip 
bezeichnet werden und erinnert an das Doppelseitenprinzip der integrierten Unterrichts- 
werke der Sekundarstufe I.’ Der Leser sieht sich vor allem mit kürzeren Textauszügen 
verschiedenster Textsorten konfrontiert. Während die in den Unterrichtswerken der 
Sekundarstufe I vorgenommene Kürzung in Bezug auf literarische Texte als problemati- 
a LEN LITE CSC NEST ER REN RTL TEN 
I fest, dass es in den Unterrichts- 
den Erwerb von Kompetenzen“. 
aufge- 
Fingerhut stellt für die integrierten Unterrichtswerke der Sekundarstufe 
einheiten nicht mehr um die literarischen Gattungen gehe, sondern „um 4 
Es sei konsequent, wenn dazu die Format-Vorgaben der literarischen Texte an ihren „Rändern 
weicht würden. (Fingerhut 2004, S. 92). 
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