Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
sche Verfälschung dieser Texte aufgefasst werden kann, realisiert das Collageprinzip in 
Grundschullehrwerken, in die ohnehin kaum authentische literarische Texte eingebaut 
werden, eine für Grundschüler notwendige Elementarisierung, insofern die Präsentation 
kurzer Texte im Verbund mit weiteren Reizen den Lesegewohnheiten der Schüler entge- 
genkommt. 
Während im Hinblick auf die Textsortenvielfalt in den Sprachbüchern seit Ende der 
90er Jahre der PISA-Einfluss klar erkennbar ist, verwundert andererseits, dass wenig 
längere Sachtexte vorhanden sind, an denen die Informationsentnahme im Unterricht 
geübt werden kann. Geht man nämlich davon aus, dass seit den Diskussionen um PISA 
eine Annäherung zwischen dem Lesen von Texten und dem Schreiben von Texten statt- 
gefunden hat; so kann die damit im Zusammenhang stehende Aufwertung von Sachtex- 
ten auch im Dienste der Textproduktion betrachtet werden. Das hätte erwarten lassen, 
dass in neueren Sprachbüchern der 4. Grundschulklasse wieder längere Texte zu finden 
sind, anhand derer die Informationsentnahme geübt werden kann und die als Grundlage 
für die Textproduktion dienen können. 
Zusammenfassend kann festgehalten werden: Eine Elementarisierung, die in Unter- 
richtswerken für die Grundschule zu finden ist, wird in der Dimension Quantität durch 
die Präsentation von sehr kurzen Sachtexten realisiert; auf ausführlichere pragmatische 
Texte wird verzichtet, um eine ansprechende Aufbereitung mit vielen Bildimpulsen zu 
ermöglichen.* 
. Ein anderes Verfahren von Elementarisierung innerhalb der Quantitätsdimension ist 
im Bereich Textproduktion zu beobachten, dem Bereich, der traditionell im Sprachbuch 
verankert ist. 
In der Forschung geht man davon aus, dass sich eine Art Textmusterwissen für prag- 
matische Texte, z.B. ein Bericht oder ein argumentativer Text, besser ausbilden kann, 
wenn Texte in ‚möglichst verschiedenen Ausprägungen vorliegen, so dass zum Beispiel 
( ae a sten in Brief und im Zeitungskommentar vorgeführt werden 
eh ER wiy ). Es stellt für die Lehrperson demnach eine Arbeitsentlastung dar, 
m Sprachbuch bereits mehrere Mustertexte geliefert werden, die ein Textmuster 
abdecken. 
u IL NIEBRIRS Eprarkbächer gilt, dass die Bereitstellung von Texten, die zur 
ee lanlene nn \ c r sparsam erfolgt. Textsorten wie „Bastelanleitung 
druckt ist. So werd 2 mer u ai BY SOSRINENCH ohne dass eine Textvorlage dazu abge- 
er en IEOHer am Seitenrand vorgegeben, mit denen der Schi- 
RA ku > n 1 produzieren kann. Das Textmuster der Bastelanlei- 
nen A ext entnommen, sondern nur selbst ausgeführt werden. 
en en > er nicht mit zu vielen Texten zu belasten, führt in diesem 
gel an exemplarischen Texten, anhand derer Textmusterwissen ge- 
Wwonnen werden kö ; . 
en Könnte. Zwar kann die Textsorte Bastelanlei Schüler 
selbst herausgesucht b ; ; tung auch vom 
8 Zw. bereitgestellt werden, aber eine vergleichende Gegenüberstel- 
eh Auer 00 vielen 
Allerdings mu i ; , 
oftmals ei a ee onen Immer relativiert werden: Neben dem Sprachbuch wird 
SER ‚ bzw. Leseförderung findet anhand ; ieht sich 
diese immer noch zu wenig auf pragmatische Texte. en, 
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