Full text: Elementarisierung im Schulbuch

lung verschiedener Texte, deren dominante Funktion die Anleitung ist, wäre im Unter- 
richt dann kaum durchführbar. 
2 Thematische Einbettung und Verzicht auf Systematisierung 
Die thematische Einbettung von Lerngegenständen wird im Grammatikunterricht fast 
aller Schulstufen sowohl im muttersprachlichen als auch im fremdsprachlichen Unter- 
richt praktiziert und gilt auch als Prinzip des integrativen Unterrichts. Unter Integration 
kann „die Eingliederung von Eigenständigem in ein größeres Ganzes“ (Klotz 2003, 
S. 47) verstanden werden; insbesondere geht es in der fachdidaktischen Diskussion im- 
mer wieder um die Einbettung des Lernbereichs Reflexion über Sprache. Liegt nun der 
Konzeption nach ein integrativ angelegtes Werk vor, bei dem nach Themen vorgegangen 
wird, so bedeutet das nach Ossner, dass an anderer Stelle eine Systematisierung nötig ist, 
damit die Lernenden das große Ganze nicht aus den Augen verlieren (vg. Oss- 
ner/ Esslinger 1996, S. 90). Meist geschieht die Systematisierung in integrativen Werken 
schließlich im Systemteil, in dem grammatische Formen im Überblick und die Regeln 
zur Zeichensetzung nochmals systematisch aufgeführt werden. 
Liegt nun ein reines Sprachbuch vor, spricht dies eher für einen systematischen Zu- 
gang. Vorteil eines systematischen Zugangs kann sein, dass Lerngegenstände zunächst 
bewusst erarbeitet werden können und eigenständig vorhanden sind. Diese Inhalte kön- 
nen im Rahmen einer Integration „vernetzt“ werden, d.h. in einen größeren Lernzusam- 
menhang gestellt werden (vgl. Klotz 2003; Ossner 1996). 
Untersucht man Sprachbücher für die Grundschule in Bezug auf Vernetzung und Sys- 
tematik, so fällt auf, dass zu fast allen Bereichen ein themenorientierter Zugang gewählt 
wird. Das bedeutet, dass die Systematik als Verfahren der Elementarisierung nicht so 
geeignet erscheint wie eine Einbettung in ein Thema, wenngleich dies noch keine voll- 
ständige Integration bedeuten muss. 
Ein gelungenes Beispiel für eine solche Einbettung liegt in Pusteblume vor: 
Das Thema Berufe, von dem oben bereits die Rede war, wird mit verschiedenen Zu- 
gängen über Bilder und andere Perspektiven hier zunächst vom Inhalt her in ausführli- 
cher Form abgehandelt und dient schließlich auch als Aufhänger für die Reflexion über 
Sprache, nämlich für die Thematisierung von Satzgegenstand und Satzaussage. Das 
ausgewählte grammatische Feld ergibt sich dynamisch aus dem Thema Berufe, denn 
man fragt hier fast zwangsläufig „Wer macht was?“ Als Form der Vereinfachung kann 
hier zum einen die Auswahl des grammatischen Gebiets gelten, die sich aus dem Sach- 
thema ergibt; außerdem ist die Tatsache von Bedeutung, dass man sich auf nur ein 
grammatisches Kapitel beschränkt. (vgl. Pusteblume 3, S. 29-34). 
In anderen Büchern fällt dagegen auf, dass die Themen nur als Aufhänger fungieren 
und oft anhand nur eines Themas eine allzu grammatiklastige Durchnahme vorgenom- 
men wird, so dass der Eindruck entstehen muss, das Thema sei nur Mittel zum Zweck. 
(Ähnliches hat man integrierten Unterrichtswerken in Bezug auf literarische Texte vor- 
geworfen.) Im Schülerband zu Sprachfuchs werden beispielsweise zum Thema Arbeit 
sechs verschiedene Grammatikschwerpunkte durchgenommen (Satzgegenstand/ Satz- 
kern; Wortbausteine Namenwörter/ Tunwörter; Wortbausteine für Namenwörter, zu- 
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