Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
sammengesetzte Namenwörter; wörtliche Rede und Redebegleitsatz; Rechtschreibphä- 
nomene). 
Das Phänomen der thematischen Einbettung, das oben zunächst positiv als Möglich- 
keit gedeutet wurde, dem Schüler einen einfacheren Zugang zu grammatischen Themen 
zu ermöglichen, kann andererseits als mangelnde Systematisierung beschrieben werden. 
In zwei weiteren Bereichen muss ein Mangel an Systematisierung allerdings kritisch 
betrachtet werden: 
In Bezug auf die Aufgabenstellungen: Es gibt Aufgaben, bei denen keine Trennung 
von Rechtschreibung und Wortartübung vorgenommen wird (vgl. Mobile, S. 13, 3; 
S.41, 1). 
In Bezug auf die Wissenspräsentation: Es gibt kaum Merkkästen, am Ende der Bü- 
cher liegt nur eine sehr knappe Systematik der Lerngegenstände vor. 
3 Vermeidung von Terminologie 
Innerhalb des Lernbereichs Reflexion über Sprache stellt sich immer wieder die Frage 
danach, wie (und welche) grammatischen Begriffe zu lernen und zu lehren sind. Nach 
Glinz müsse in diesem Zusammenhang geklärt werden, inwiefern der Terminus eine 
Hilfe darstelle oder eher zur Verwirrung beitrage (Glinz 2003, S. 429). 
Zusammenfassend lässt sich festhalten: „Für die formale Bildungstheorie ist es we- 
sentlich, dass sie nicht die zu vermittelnden Termini an sich in den Vordergrund rückt, 
sondern den Methoden, mit denen diese Fachsprache vermittelt wird, größere Aufmerk- 
samkeit zukommen lässt [...].“ (Müller 2003, S. 470). Für die Arbeit im Unterricht gilt 
sicher, dass zum Festhalten von Ergebnissen der sprachlichen Operationen die Begriffe 
eine Hilfe darstellen können. Auf der Grundlage einer Elementarisierung im Sprachbuch, 
die unter Umständen auch nicht-verbale Mittel zum Experimentieren mit Sprache bereit- 
stellt, sollte es demnach leichter möglich sein, Operationen durchzuführen, um so Beg- 
riffe zu erarbeiten. Wie aber wird mit den Termini im Buch umgegangen? i 
% Gerade weil die Wahl von Termini in der Fachwissenschaft ungeklärt ist, liegt die 
ersuchung für Sprachbuchautoren nahe, auf sie zu verzichten und dies in der Annahme 
zu tun, dem Schüler den Gegenstand ungefiltert, also unmittelbarer nahezubringen und 
ihm den Zugang auf diese Weise zu erleichtern. 
Die Analyse der Grundschulunterrichtswerke zeigt die Tendenz, dass in vielen Fällen 
auf die (lateinische) Terminologie verzichtet wird. 
Vereinfachungen werden hier vorgenommen durch graphische Gestaltungen wie zum 
Beispiel i Tees F ; 
h De in Mobile ein Baukasten mit geometrischen Formen für die verschiedenen Satz- 
glieder oder in dem Unterrichtswerk Tandem 
Jedes Satzglied, durch das sogar deutlich wird 
Frei ehren Solche graphischen Hilfen haben den Vorteil, dass Abstraktes nicht 
Cht werden muss, dass ein Wiedererkennungseffekt besteht, dass noch nicht 
an erster Stelle die Begriffe gebildet werden mi 
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