Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
 
und nicht als eine Übung zwecks Aneignung bestimmter Wortfelder, sodass zur Be- 
wusstseinsbildung über bestimmte Wortfamilien beigetragen würde. 
Arbeitsaufgaben, die in diesem Zusammenhang gestellt werden, zielen hauptsächlich 
darauf ab, dass der Schüler mit Sprache in vorgegebenen Mustern umgeht, mit dem 
vorrangigen Ziel, Rechtschreibung zu üben. Dabei fällt auf, dass viele Aufgaben reine 
Schreibübungen sind. Bei diesen werden Präfixe, Wortstamm und Suffixe vorgegeben 
und daraus sollen Wörter gebildet werden (Wortmaschine). Bei einem anderen Aufga- 
bentyp ist am Rand eines Textes vorgegeben, welche Wörter herausgesucht werden 
sollen, z. B. Wörter mit ä, ö, ü oder Wörter mit ff. Auch hier wäre zu bezweifeln, dass 
die Schreibung von Umlauten auf diese Weise nachhaltig geübt wird. 
Auch in einem anderen Bereich, nämlich bei der Informationssuche, konnte die Ten- 
denz beobachtet werden, dass Lehrplaninhalte nur in Aufgaben überführt wurden; auf 
die Prozeduralisierung wird dabei verzichtet. Eine Aufgabenstellung lautet zum Beispiel: 
„Sucht Informationen zur Steinzeit in Büchern oder im Internet.“ (Mobile, S. 70) - gera- 
de zu einem derartigen Rechercheauftrag ist eine Hilfestellung wichtig, genau hier müs- 
sen Lernwege vorgestellt werden, sodass die Möglichkeit zur Nachahmung besteht. 
Ahnlich verhält es sich mit dem Lernbereich Grammatik: 
„Eine Grammatik wird in der Schule immer noch viel zu sehr als schon vorhande- 
nes Ergebnis von Systematisierungsprozessen anderer verstanden, das man dann 
lediglich übernimmt, zu verstehen versucht und, wenn es gut geht, anwendet.“ 
(Menzel 1999, S.13) 
Menzel strebt dagegen in seiner Grammatik-Werkstatt an, ein Handeln mit Sprache 
selbst anzuregen, „das zu einer Grammatik hinführt, als dessen Resultat also erst die 
Grammatik steht.“ (ebenda). 
Durch einen solchen Ausbau von Lernwegen, etwa durch das Bereitstellen von Mate- 
He welches ein Experimentieren mit dem Lernstoff und damit einen eigenen Zugang zu 
‚lesem ermöglicht, kann dagegen ein Verfahren zur Anwendung kommen, das tatsäch- 
lich eine Elementarisierung darstellt. 
2 Ra Anwendung der grammatischen Proben (Weglassprobe, Ergänzungsprobe, Er- 
eiterungsprobe) kann nämlich dazu dienen, andere Lernwege aufzuzeigen und dem 
en durch das Experimentieren mit Sprache grammatische Erkenntnisse zu vermit- 
Dazu : i 
muss angemerkt werden, dass diese Operationen zwar bereits verwendet wer- 
Er Ei e Et N nicht im Sinne von Menzel zu verstehen ist, sondern dass sie 
ale E Hs, stehen, auch im Schulbuch vorkommen. Werden sie aber 
Methoden zu Was h a und nicht in den größeren Rahmen gestellt, in dem sie als 
Und so t achten sind, so ist damit das Ziel der Grammatik-Werkstatt obsolet. 
0 faucht in den untersuchten Sprachbtchern tatsächlich ein unreflektierter Um- 
gang mit den Proben auf. Die Ersatz i ispiel i 
h probe wird zum B i hrt, 
ohne dass ihre Funktion erläutert würde. PR RREHRAMEERN 
In Sprachfuchs verwundert, dass die Weglass- 
; re i ri und U ionalisiert 
wird, nämlich für das Überarbeiten von Texten (Sp a nn 
rachfuchs, S. 29); die Ersatzprobe 
262 
 

	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.