Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
 
3.1 Methodische Vorgehensweise 
Die von uns realisierte Textarbeit besteht aus fünf methodischen Schritten: 
Schritt 1: Erstellen eines Assoziogramms zu den Titelbegriffen bzw. zu der Über- 
schrift. In dieser Phase sollten Begriffe gezielt aktiviert, abgerufen und festgehalten 
werden, auf die die Topic-Information in Überschriften hinweist. Damit sollen Wissens- 
schemata, die mit dem Titel in einer logischen Beziehung stehen, aktiviert werden, auf 
deren Grundlage ein Erwartungsfeld erzeugt wird. An dieser Stelle soll vermerkt wer- 
den, dass lernfördernden Effekt ausschließlich textadäquate Antizipationen haben. Feh- 
lerwartungen bewirken das Gegenteil, weil sie einen kognitiven Hintergrund aktivieren, 
der die Relevanz der textgeleiteten Daten nicht richtig erkennen lässt bzw. in den sie sich 
wegen ihrer inhaltlichen Inkonsistenz nicht leicht einbauen lassen. Die Folge ist, dass die 
entsprechenden Textdaten (Informationen) nicht tief genug verarbeitet, d.h. in die vor- 
handenen Wissensstrukturen nicht vollständig eingebaut werden. 
Eine weitere Funktion dieser Phase besteht darin, dass die aktivierten Begriffe im 
später gelesenen Text leichter wieder erkannt und ihnen die entsprechenden Bedeutun- 
gen flexibler zugewiesen werden. Es ist eine stark das Gedächtnis entlastende Maßnah- 
me zur Förderung der Verarbeitung eines Textes auf niedrigeren Verarbeitungsebenen. 
Schritt 2: Formulierung von Fragen, die der Texttitel evoziert. Durch die Evozierung 
von Fragen zum Text soll der Lerner aufgrund seines voraktivierten Wissens das Erwar- 
tungsfeld konkretisieren und ein Netz von textinhaltsbezogenen Antizipationen generie- 
ren, um seine Aufmerksamkeit auf erwartete Inhalte stärker zu lenken. Die evozierten 
Fragen fungieren als eigene Vorgaben von Zielsetzungen. Zielrelevante Inhalte werden 
bekanntlich vom Leser länger und häufiger fixiert, tiefer verarbeitet, in das vorhandene 
Wissen integriert und somit besser und länger und vor allem müheloser behalten 
(Schnotz 1994, 87 ff£.; Dakowska 2001, 21). Die im Text vorhandenen Bezugstellen 
erleichtern die Antwortsuche auf die evozierten Fragen und verleihen dem Leser den 
Eindruck, auf etwas Vertrautes gestoßen zu sein (Pilz 1992, 432). Der Wiedererken- 
nungseffekt sowie die stark gelenkte Aufmerksamkeit bewirken, dass 
a) die Verarbeitungsprozesse schneller und ökonomischer verlaufen, und 
b) das Gedächtnis stark entlastet wird, so dass Ressourcen für kognitive Leistungen 
auf höheren Verarbeitungsebenen übrig bleiben. 
Schritt 3: Textlesen und die Beantwortung der evozierten Fragen (Stufe des wörtli- 
chen, kontextuellen bzw. analytischen Verstehens). 
Schritt 4: Elaborierte Textarbeit auf der Ebene Analyse und Evaluation. (Aus Zeit- 
mangel wurde dieser Schritt nicht realisiert.) 
Schritt 5: Lernleistungsmessung direkt nach der Stunde und ohne Vorankündigung 
nach einer Woche. 
Damit wollten wir den Dauereffekt der Lernprozesse ermitteln. 
 

	        

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