Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
Auch Rätsel und Zungenbrecher zählen zu den einfachen Mitteln mit einer großen Wir- 
kung: „Welches Häuschen hat kein Dach ? — Welcher König hat kein Reich ? - Klim- 
permann und Klappermann Liefen beide den Berg hinan, Klappermann lief noch so sehr, 
Klimpermann kam doch noch eh’r.“”' „Wir Waschweiber wollten weiche Wäsche wa- 
schen, wenn wir wüssten, wo weiches warmes Wasser wär ...“”, „Zwischen zwei Zwet- 
schenzweigen zwitscherten zwei Schwalben.‘” Alle diese inhaltlichen Bausteine spie- 
geln eine Konzeption, die nicht rezeptiv vorgeht, sondern das Kind aktiv beteiligt, das 
mit Lust aus sich selbst heraus sein eigenes Lernen individuell entwickelt. 
Natürlich sind auch eine ganze Reihe von Fabeln, Märchen und Gedichten aufge- 
nommen, die allesamt wie die Reime und Rätsel zum deutschen Volksgut zählen und aus 
verschiedenen Sammlungen” entnommen sind, so dass mit dieser Fibel auch eine erste 
literarische Erziehung auf spielerische, dem Interesse der Kinder folgenden Weise statt- 
findet. 
Eine weitere elementarische Kategorie stellt der Bezug zur heimatlichen Umgebung 
dar. In dieser Zeit wird der heimatliche Raum bereits in die Fibeln mit einbezogen, wo- 
bei die Hansa-Fibel keinen Einzelfall darstellt. Dieses Stilelement stimuliert sofort eine 
identifizierende Wirkung mit dem Raum, in dem das Kind lebt. Wenn es Teile seiner 
Umgebung in der Fibel wieder erkennt, so kann diese pädagogische Leitlinie als weiterer 
Faktor gewertet werden, der zu leichterem, ungezwungeneren Lernen führt. In der Han- 
sa-Fibel sind dieses natürlich Großstadtthemen der Stadt Hamburg, die in Texten und 
Bildern in die Fibel Einzug gehalten haben, wie die Beschreibung von Hamburg mit 
Alster und Elbe, das Flet und der Cirkus Hagenbeck”, der Elbtunnel“, die Ansicht der 
Innenstadt von der Elbe aus oder die Ansicht vom Hafen.” Einen weiteren heimatkundli- 
chen Ansatz bieten zwei Seiten mit „Hamborger Snack for uns Hamborger Kinner“,” die 
man natürlich nur Kindern anbieten kann, die bereits im Lesen sehr fortgeschritten sind.” 
Die bereits eben erwähnten Bilder zählen auch zu den elementarisierenden Faktoren 
des Lesenlernens, weil sie als visualisierte Inhalte eine unmittelbare Wirkung generieren. 
Die eingeführten großflächigen Illustrationen überzeugen als wichtige Instrumente der 
Anschaulichkeit. Sie verhindern nicht die Konzentration oder lenken vom eigentlichen 
 
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Ebd.'$. 75: 
Ebd. S. 48. 
Ebd. S. 63 
Ebd. Die Quellen sind auf der S. 
Fibeln des späten 19. Jahrhunderts 
Ebd. S. 96-100. 
Ebd. S.9 
Ebd. S. 46 und 47. 
Ebd. S. 76-77. — Auf weitere inhaltliche Themen kann hier ni 
elementarisierenden Aspekt nicht von Belan, 
ling: Zur Entwicklungsgeschichte und Verb 
derts. Schriftl. Hausarbeit an der Universit 
Fibel zur „Hand in Hand fürs Vaterland“ 
Teistler (Hrsg.): Lesen lernen in Diktatu 
und Spanien. Hannover 2004, S. 51 
Mundartliche Texte sind einige Ze 
Jahren setzt eine Rückbesinnung ei 
 
103 genannt. — Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass bereits frühere 
literarische Elemente aufgenommen hatten. 
cht eingegangen werden, weil sie für den 
8 sind. Dazu vgl. z.B. folgende Untersuchungen: Imke Reh- 
reitung der Hansa-Fibel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhun- 
ät Oldenburg. 1990. - Verena Kleinschmidt: Von der Hansa- 
. Ein Beispiel für die Fibelgleichschaltung 1933-1944. In: Gisela 
ren der 1930er und 1940er Jahre. Fibeln in Deutschland, Italien 
62 (Studien zur internationalen Schulbuchforschung. Bd. 116). 
it später fast völlig aus den Lesebüchern verschwunden. Erst in diesen 
n, was sich in den Schulbüchern einiger Bundesländer dokumentiert. 
 

	        

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