Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
 
beides genauer, als ohne diese Gläser mit bloßen Augen, betrachten können. Die 
ersten heißen Vergrößerungsgläser, die anderen Ferngläser.“ 
Da fragten die Kinder ob die Brillen nicht auch solche Gläser wären? „Nein,“ 
sagte der Lehrer, „die Gläser an den Brillen sind gerade geschliffen und sind also 
verschieden von dieser Art Gläsern, als das Brennglas ist, welches in der Mitte di- 
cker ist als am Rande. 
Auch dienen die Brillen denen, deren Augen blöde geworden sind, nur dazu, 
um in der Nähe besser zu sehen. Wer aber ein scharfes Gesicht hat, den hindern 
die Brillen zu sehen. Ihr, die ihr gesunde Augen habt und gut sehen könnt, danket 
Gott, liebe Kinder, dass er euch gesunde Augen geschenkt hat, womit ihr um euch 
her alle seine schönen Werke sehen könnt und sündigt nicht mit euren Augen.“ 
„Wie kann man denn mit Augen sündigen?“ fragten die Kinder. „Auf mancher- 
lei Art,“ antwortete der Lehrer, „am meisten aber, wenn man gerne Böses tun 
sieht.“ 
Die Wirkung des Brennglases konnte als Licht sammelnde und auf einen Punkt bringen- 
de Linse für die Schüler plausibel erklärt werden; denn die wärmenden Sonnenstrahlen 
kannten die Schüler und konnten daher auch verstehen, dass die Bündelung dieser Strah- 
len als Feueranzünder dienen konnte. Fraglich ist hier allerdings, ob die Schüler der 
Dorfschule die Zichtbrechung durch die Linse verstanden haben. Hier dürfte die Ele- 
mentarisierung an Grenzen geraten sein. 
73. Der Magnet (Hervorhebungen vom Verfasser) 
Ein Schullehrer versprach einstmals seinen Schulkindern ein merkwürdiges 
Schauspiel. Erstlich nahm er einen Magneten und ließ einen von den Schulkindern 
einen Schlüssel daran halten, und der Schlüssel blieb hängen. Zum anderen streute 
er Eisenfeilspäne auf einen glatten Tisch. Unter dem Tische strich er mit den ei- 
sernen Beschlägen des Magneten an der Tischplatte, da wo obenauf die Eisenspä- 
ne lagen, hin und her. Und die Eisenspäne schienen zu tanzen und hin und her zu 
laufen. Da verwunderten sich die Kinder sehr, und einige baten ihren Lehrer, er 
sollte ihnen doch erklären wie das zuginge. „Das kann ich nicht, ihr lieben Kin- 
der,“ sprach er, „aber natürlich ist es und keine Zauberei. Denn dass der Magnet 
die wahre Ursache ist, warum sich itzo die Feilspäne bewegen; dieses seht und er- 
kennt ihr; denn die Wirkung erfolgt jederzeit und eben so gewiß, wenn ich oder 
"r Eee rer führet. Also, wenn ihr künftig etwas sehet, davon ihr nicht 
‚ wie es damit zugeht: i i ] 
en Ba bi erinnert euch an die Wirkungen des Magneten 
„Aber lieber hätte ich es gesehen,“ fuhr der Lehrer fort, „wenn ihr mich nach 
dem Nutzen des Magneten gefragt hättet. Und er hat Vieliichönt Nutzen. Der wich- 
ligste ist seine Eigenschaft, dass eine mit Magneten gestrichene, stählerne Nadel- 
spitze sich stets nach Norden kehrt, wenn stets nach Norden kehrt, wenn sie nur in 
der Mitte aufliegt und in der Schwebe sich frei bewegen kann. Ihr könnt an diesem 
Kompaß hier dieses alles sehen Drehet i i 
‚hie : et ihn so oft um, al . 
chene wie ein Pfeil gespaltene Spitze Krb ee 
Kompaß wissen die Schiffer in der 
wird stets nach Norden weisen. Durch diesen 
großen See ihren Weg zu finden und segeln 
 

	        

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