Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
Der Lehrer: „Du hast recht, mein Sohn, mir diese Frage vorzulegen. Denn dir 
ist noch nicht bekannt gewesen, was ich dich jetzt lehren will. Gott hat allen dem, 
was zu einem solchen Ganzen gehört, der gleichen die Erde und andere Sterne 
sind, eine Eigenschaft anerschaffen, nach welcher sich alles nach dem Mittelpunkt 
seines Ganzen, wozu es gehöret, hinneiget und da zu ruhen strebt. Diese Eigen- 
schaft heißt Schwere. Du siehst, mein Sohn, dass ein Stein, und wenn du noch so- 
viel Stärke daran wendest, ihn in die Höhe zu werfen, dennoch bald zu steigen 
aufhöret und zu sinken anfängt, bis er wieder auf der Erde, wovon er genommen 
ist, ruhet. An diesem leichten Exempel erinnere dich dieser wichtigen Lehre.“ 
Der Schüler: „Nun erfahre ich in der Tat, dass der Schulunterricht klug macht; 
denn wie manche mir sonst verborgene Ursache und Wirkung verstehe ich itzo 
besser als sonst durch die heutige Lehre! Aber, lieber Lehrer, ist denn die Erde 
rund oder eckig?“ 
Der Lehrer: „Hier ist eine künstliche Erdkugel, die man Globus nennt, an wel- 
cher du die Gestalt der Erde betrachten kannst. So glatt ist nun wohl freilich die 
Oberfläche der Erde nicht als hier auf der Erdkugel! Du weißt, es gibt Berge und 
Täler, aber wenn man die Größe des ganzen bedenkt, so verschwinden alle diese 
beträchtlichen Höhen und Tiefen. Denn wenn man so weit von der Erde seinen 
Stand wählte, dass man sie ganz wie wir diesem Globus übersehen könnte so wür- 
de sich in einer gewissen nötigen Entfernung dadurch ihre Gestalt nur wenig ver- 
ändern. So wie etwa auf den tönernen Kugeln, womit ihr als Kinder spielt, Un- 
gleichheiten sich befinden, ihr diese Kugeln aber doch rund nennt, so nennt man 
die Erde rund oder eine Kugel, alle Berge ohnerachtet.“ 
Der Schüler: „Woher kommt denn Tag und Nacht?“ 
Der Lehrer: „Davon wird es auf der Erde bei uns Tag, wenn die Seite der Erde, 
auf welcher wir wohnen, sich gegen die Sonne kehret, und Nacht, wenn sie sich 
von der Sonne wegwendet. Wenn ich den Globus hier in die Sonne setze und dre- 
he die Kugel langsam herum, so hast du ein deutliches Exempel davon. Denn die 
Länder, welche itzo die Sonne bescheint, haben ihren Tag und die nichtbeschiene- 
nen Länder ihre Nacht.“ 
.. Schüler: „Welche Weisheit hat Gott im Bau der Erde bewiesen, lieber Leh- 
rer? 
Der Lehrer: „Erbaue dich oft, mein Kind, an solchen guten Gedanken (Physi- 
kotheologie). Wenn du nun die schönen Beschreibungen der Bibel liesest von der 
Herrlichkeit und Weisheit Gottes, so wirst du das eher fassen und glauben können. 
Dieser Glaube aber wird dich vorbereiten, auch das zu glauben, was von Gottes 
Anstalten, was ewig glücklich zu machen, darin offenbaret ist.“ 
Der hier eingesetzte Größenvergleich veranschaulicht dem Schüler die unendliche Weite 
unseres Weltalls. 
 
In Kap. 77 seines „Kinderfreunds“ erwähnt Rochow in knapper Form die 5 Erdteile 
und benennt die dort jeweils heimischen Völker: 
 
 

	        

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