Full text: Elementarisierung im Schulbuch

 
 
Bildung zu viel Wert zu legen, außerdem dem Unterricht in der Arithmetik und der 
Raumlehre zu viele Stunden einzuräumen (vgl. beispielsweise GStA PK, I. HA Rep. 76 
Kultusministerium, VII neu Sekt. 25 C Teil I Nr. 4 Bd. 1: 214" und Bd. 3:76'-89", sowie 
Rep. 76 Seminare, Nr. 10061: 20'-28" und 162'-165'; Schütze 2000 und 2003). 
Dennoch stieg aufgrund seiner Lehrerfolge und seiner erfolgreichen Rechen- und 
Sprachbücher seine Reputation im Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizi- 
nalangelegenheiten so stark, dass er 1830 ermutigt wurde, sich um die Direktorenstelle 
am Königlichen Seminar für Stadtschullehrer in Berlin zu bewerben, auf die er 1831 
berufen wurde.' 
Wenngleich ihn dort ein weitaus umfangreicheres Tätigkeitsfeld als in Moers erwarte- 
te — darunter die Unterrichtung von Predigtamtskandidaten in pädagogischen Grund- 
kenntnissen sowie die Weiterbildung von Hilfs- und Armenlehrern -, bildete er sich 
durch Lektüre und durch Reisen zu pädagogischen Einrichtungen permanent fort. So 
besuchte er beispielsweise Orte, an denen die so genannte „wechselseitige Schuleinrich- 
tung“ praktiziert wurde (Diesterweg 1836b/ 1999), und andere Lehrerseminare. Er wirk- 
te an der Gründung und Leitung von Lehrervereinen sowie von sozialpädagogischen und 
sozialen Vereinigungen mit, darunter der „Berliner Verein für das Wohl der arbeitenden 
Klassen“ und der „Pestalozzi-Verein“ zur Versorgung von Lehrerwaisen. 
Auch publizistisch war er weiterhin sehr aktiv, wie die vielen Monographien und die 
zahlreichen Zeitschriftenbeiträge zeigen (vgl. Diesterweg 1956-1990; 1966; 1998; 1999; 
2000), und versuchte, die Volksschullehrer zum Lesen anzuregen. Neben seiner seit 
1827 erscheinenden Zeitschrift „Rheinische Blätter für Erziehung und Unterricht“, die 
sehr viele Rezensionen enthielt, nutzte er dazu vor allem sein Lehrbuch „Wegweiser zur 
Bildung für deutsche Lehrer“, das 1835 in erster, bereits 1838 in zwei Bänden in zweiter, 
1844/ 46 in dritter und 1850/ 51 in vierter Auflage erschien. 
Im ersten „Allgemeinen Teil“ behandelte Diesterweg u.a. die Frage, „unter welchen 
Bedingungen [...] das Streben nach intellektueller Bildung, nach Einsichten und Kennt- 
nissen, durch Bücherstudium“ gedeiht. Im zweiten „Besonderen Teil“ stellten Diester- 
weg und andere Verfasser den Unterricht in einzelnen Fächern dar und erläuterten Fra- 
gen der Schulorganisation und des Lehrerstandes. Sowohl zum allgemeinen als auch 
zum besonderen Teil gehören Kapitel mit ausführlichen Lektüreempfehlungen, meist 
 
„[-..] der Nichttheologe, an dessen Liberalismu 
gezweifelt werden konnte, erhielt eine der wi 
1968, S. 131). 
Bereits vor 1800 hatten Andrew Bell und Joseph Lancaster in England (vor allem in London) und in 
Indien für den Schulunterricht die so genannte „wechselseitige Schuleinrichtung“ eingeführt - auch „Hel- 
fersystem“, „gegenseitiger Unterricht“ oder „Monitorensystem“ genannt. Bei dieser Unterrichtsweise be- 
ee der Lehrer sich immer gezielt mit einer Gruppe von Schülern mit etwa gleichem Kenntnisstand, 
a Ei H: re sich gegenseitig abfragten und miteinander übten. Die „wechselseitige Schuleinrich- 
en en in Dänemark, da der dänische König Friedrich VI. diese Bestrebungen sehr 
Ki ; ste Sc ule dieser Art wurde 1819 in Kopenhagen eingerichtet; weitere entstanden vor 
m in chleswig-Holstein, das zu dieser Zeit zu Dänemark gehörte. Zu einer Art Musterschule der 
„Wechselseitigen Schuleinrichtung“ wurde die Normalanstalt in Eckernförde. Im Regierungsbezirk Mag- 
deburg versuchten C.C.G. Zerrenner und i i .. ine in eini 
Veen he und H.F.F. Sickel, die „Wechselseitige Schuleinrichtung“ in einigen 
us ebenso wenig wie an seiner fachlichen Qualifikation 
chtigen Stellen im Seminarwesen der Monarchie“ (Nipperdey 
 

	        

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