Full text: Das Schulbuch zwischen Lehrplan und Unterrichtspraxis

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(Böttger, 2001). Das Übungsmaterial behandelt primär den Fall Napster? vor dem Hin- 
tergrund der New Economy. 
Doch schon die zentrale Begriffsbestimmung — „Die New Economy ist damit die 
Wirtschaftsform der Wissensgesellschaft“ — zeigt, dass das Lehrmaterial bereits bei 
seinem Erscheinen hoffnungslos veraltet war: Im Frühjahr 2001 platzte die New- 
Economy-Börsenblase, Napster drohte nach einer Reihe von Klagen die Schließung, 
wurde letztendlich von Bertelsmann übernommen und in einen kommerziellen Musikan- 
bieter umgewandelt., die Diskussion um File-Sharing ging mit dezentralen Peer-to-Peer- 
Netzen wie Gnutella, E-Mule oder Kazaa in eine gänzlich andere Richtung (Vgl. privat- 
kopie.net & NNM & FifF, 2004). 
Auch im WWW gibt es wenige Seiten, in denen Bezüge von Informatik und Gesell- 
schaft zum Schulunterricht hergestellt werden, insbesondere zu rechtlichen Themen. Am 
Ausführlichsten und auf Bedürfnisse von Schulen ausgerichtet ist der Bereich Recht des 
Internet-Angebots lehrer-online’, das von dem Juristen Prof. Dr. Ulrich Sieber und sei- 
nen Mitarbeitern betreut wird. Diese Seiten richten sich primär an Lehrer und behandeln 
Fragen, die z.B. im Zusammenhang mit der Erstellung von Websites stehen. Eine Aufar- 
beitung des Materials für Schüler wird nicht angeboten, so dass die Seiten eher als Hilfe 
für die Erstellung von Unterrichtsmaterial anzusehen sind. 
Ähnliches gilt für die Internetseiten Rechtsfragen von Multimedia und Internet in 
Schule und Hochschule (Remus) des Instituts für Rechtsinformatik der Universität Saar- 
brücken.* Einige der hier archivierten Seiten richten sich direkt an Schüler bzw. Lehrer, 
die Unterrichtsmaterial zum Thema Urheberrecht suchen. Dennoch ist dieses Material 
didaktisch wenig aufbereitet, so dass auch in diesem Fall nicht von einem Unterrichts- 
konzept gesprochen werden kann. 
Dem geringen Angebot steht ein großer Bedarf auf Seiten der Lehrer und Schüler ge- 
genüber. Zumindest bei aktuellen Rechtsfragen ist die Unsicherheit auf beiden Seiten 
sehr groß und wird durch Marketingkampagnen (z.B. „Raubkopierer sind Verbrecher“ 
der Zukunft Kino Marketing GmbH?°) und Pressemitteilungen über spektakuläre Verhaf- 
tungen und Massenanklagen zusätzlich verstärkt. 
 
Das File-Sharing-Netz Napster zählte Anfang 2001 weltweit über 50 Mio. Teilnehmer. Angeboten und 
nachgefragt wurde in erheblichen Mengen urheberrechtlich bedenkliches Material, vorrangig Musik im 
MPS3-Format. Da die Suche nach den Dateien über eine zentrale Datenbank abgewickelt wurde - jeder 
Teilnehmer meldete sich und sein Angebot bei Napster an —, hatten die Anwälte der Verwertungsgesell- 
schaften eine Adresse für Abmahnungen und Vorladungen. 
http://www.lehrer-online.de/recht (28.1 .2005) 
http://remus jura.uni-sb.de/urheberrecht/ (28.1.2005) 
http://www.hartabergerecht.de/ (28.1 .2005) 
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