Full text: Die Familie im Schulbuch

Andreas Gestrich 
Historische Familienforschung: Ergebnisse und 
Perspektiven eines interdisziplinären Forschungsfeldes 
Abstract 
It is the aim of this paper to provide an overview of the main areas of research on the 
history of the family. On the one hand, core problems and results of the most important 
debates in this field during the past decades will be Summarised Such as the debate on 
the European marriage patterns, on family ties and Peter Laslett's „nuclear hardship 
hypothesis', the changing perceptions of privacy and the role of women or the , domesti- 
cation" of childhood. On the other hand, this will be combined with an introduction into 
different approaches to the field of family history Such as historical demography, pSy- 
chohistory or historical research in educational Sciences. Examples will be taken from 
different historical epochs. 
Im Jahr 1975 erschien der erste Jahrgang der rasch Sehr einflussreichen neuen Zeitschrift 
„Geschichte und Gegellschaft“. Bereits das zweite Heft war dem Themenschwerpunkt 
der historischen Familienforschung gewidmet. Das war ein hoffnungsvolles Zeichen 
dafür, dass die Familienforschung, die von Anfang an Stark interdisziplinär ausgerichtet 
und international vernetzt war, zu einem der Kernbereiche auch der neuen deutschen 
Sozial- bzw. Gesellschaftsgeschichte werden würde. International hatte Sich die Famili- 
enforschung bereits in den 1960er Jahren nicht nur als ein anerkanntes Forschungsfeld, 
Sondern auch als eine der großen akademischen , Wachstumsbranchen' etabliert. Die 
Hoffnungen waren damals in der Tat darauf gerichtet, dass die historische Familienfor- 
Schung zentral zur Neukonzeption von Geschichtswissenschaft als Gesellschaftsge- 
Schichte beitragen würde. So formulierte Karin Hausen in einem Aufsatz in dem erwähn- 
ten Themenheft: „Die Geschichte der Familie trifft [...] in das Zentrum des Erkenntnisin- 
teresses einer Geschichtswissenschaft, die Strukturgeschichte zu analysieren versucht“ 
(Hausen, 1975, S. 181). 
Es ist bezeichnend für die Entwicklung der Geschichtswissenschaft in der Bundesre- 
publik, dass das erwähnte Themenheft das einzige Schwerpunktheft zur Familienfor- 
Schung in dieser Zeitschrift blieb, dass es überhaupt nicht zu einem der angloamerikani- 
Schen, französischen oder auch österreichischen Forschung vergleichbaren take-off fami- 
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