Full text: Die Familie im Schulbuch

 
 
Sche Fibel, in der Sich bis zum Jahr 1989 das Programm einer marxistisch-leninistischen 
Pädagogik für den Primarbereich des Schulwesens deutlich manifestierte. Nach dem 
Übergangsjahr 1990 erschien 1991, d.h. bei noch bestehender Sowjetunion, eine überar- 
beitete Fassung der Goreckij-Fibel, die von augenfälligen Bezügen zum Marxismus- 
Leninismus weitgehend frei war (F 4). In dieser Ausgabe „fehlt“ das bisher die Fibel 
eröffnende ganzseitige Lenin-Porträt, nicht aber das Vorwort, das die Kinder an die „für 
uns liebsten Worte“ - Mama, Heimat, Lenin - erinnert. Das für die 1980er Jahre gelten- 
de Familienbild bleibt indes im Kern unverändert. Weder wurden Abstriche an den „Tä- 
tigkeitsbeschreibungen“ der Familienmitglieder gemacht - dies gilt etwa auch für die 
Berufsbeschreibungen der Eltern und für die Teilnahme des Großvaters am „Großen 
Vaterländischen Krieg“ -, noch fand eine Erweiterung des aus den 1980er Jahren tra- 
dierten Familienbildes Statt (Tab. 1). Die einzige auffällige Modifikation der familienbe- 
zogenen Darstellungen betrifft die Illustration „Mutter mit Kindern am Sandkasten“ (S. 
4): Die Kinder und mehr noch die Mutter Sind in der 1991er Ausgabe wesentlich moder- 
ner gekleidet, die Mutter hat das bisher Schlicht auf die Schultern fallende Haar gegen 
einen jugendlich-modischen Kurzhaarschnitt eingetauscht, der ihre beachtlich großen 
Ohrringe zur Geltung bringt. 
Das Familienbild in russischen Fibeln der nach-Sowjetischen Ära 
Der politische und wirtschaftliche Umbruch führte bereits in den letzten Jahren der Sow- 
Jetunion zu AnSätzen eines Schulbuchmarkts, der Sich im Verlauf der 1990er Jahre rasch 
fortentwickelte. Dies gilt auch für den Bereich der Schulfibeln: Neben dem Verlag Pros- 
veötenije, der Sich in die Marktwirtschaft entlasgen Sah, traten neue Anbieter mit Lehr- 
werken auf, die vom Bildungsministerium der RusSischen Föderation zugelassen bzw. 
empfohlen worden waren. In diesem Prozess konnte Sich Prosve3ö&tenije neben anderen 
großen Schulbuchverlagen behaupten, u.a. durch die Diversifizierung Seiner Produkpa- 
lette. So hatte dieser Verlag für das Schuljahr 2004/ 05 drei für den Gebrauch an öffent- 
lichen Schulen Zzugelassene Legelernwerke im Programm (MINOB 2004). 
Für die Analyse des Familienbildes in russischen Fibeln nach dem Ende der Sowjet- 
union wurden drei Lehrwerke ausgewählt: die im Jahr 2000 erschienene 20. Auflage der 
WANNE IE bekannten Goreckij-Fibel EF S), das von Goreckij und einem erweiterten 
SEHE cam verfasste, bei Prosve3tenije verlegte Russkaja Azbuka (RussiSches ABC- 
"ANG n 0 FasSung der 2002 erschienenen 5. Auflage (F 6) Sowie das Azbuka 1. klass 
Na (IEE MF 4 ED der Schulbuchreihe Klassiceskaja nadal 'naja Skola (Klassi- 
Well ZUIEEL 6 bn asst von Ol 2a Valentinovna DZezelej (F 7). Das letztgenannte 
ABER EID EEN: in - Auflage im Verlag Drofa, Moskau. Die drei Erstlesewerke 
(406 insic tlich Ihres Umfangs beträchtlich: Die Goreckij-Fibel zählt wie 
ergangenheit 127 Seiten, das Azbuka 1. klass umfasst 155 und das Russkaja 
Azbuka 5 . 
208 1 GD In TE beiden folgenden Tabellen dieges Abschnitts sind zur Erleich- 
Tun n ; . 
FOS effi en Vergleichs erneut die Daten für die Goreckij-Fibel des Jahres 
 

	        

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