Full text: Die Familie im Schulbuch

 
Das Familienbild in Fibeln 
für den muttersprachlichen Erstleseunterricht der TSchuktschen 
Die Tschuktschen (russ.: Cuk&i, Eigenbezeichnung: Lyg Oravetlan) repräsentieren eine 
von mehr als hundert autochthonen nationalen Minderheiten Russlands. Die Mehrzahl 
der etwa 15.000 Menschen zählenden Ethnie lebt im äußersten Nordosten Russlands im 
Gebiet Magadan auf der Halbinsel Tschuchotka, die, nur durch die Beringstraße ge- 
trennt, in der Nachbarschaft Alaskas liegt. Nach den Tschuktschen ist der auf Tschu- 
chotka eingerichtete Tschuktschische Autonome Kreis mit der Hauptstadt Anadyr be- 
nannt (zur Geschichte und aktuellen Situation der Tschuktschen Siehe Gray 2001, Gray 
2004, Kuzmin et al. 2005). 
Über Jahrhunderte lebte die Mehrheit der Tschuktschen als nomadisierende Rentier- 
züchter. Nachdem die Tschuktschen-Halbinsel Mitte des 17. Jahrhunderts von Russland 
erobert worden war, gestaltete Sich das Verhältnis zu den Eroberern lange Zeit konflikt- 
reich. Erst in den 1930er Jahren wurde das Tschuktschische - es zählt zur Gruppe der 
paläoasiatischen Sprachen -- zur Literatursprache; als Schriftsystem fungierte zunächst 
die Latinica, Seit 1937 wird die Kyrillica verwendet. In den letzten Jahrzehnten führte 
der Prozess der Russifizierung dazu, dass die Tschuktschen durchweg das Russische, 
aber nur noch zu etwa zwei Dritteln die Sprache ihrer Vorfahren beherrschen, wobei 
vielfach vor allem die jüngere Generation des Tschuktschischen nicht mehr mächtig ist. 
Mittlerweile wird das Tschuktschische als „gefährdete“, d.h. als vom Verschwinden 
bedrohte Sprache klassifiziert. Dieses Faktum verweist auf die offenbar nur begrenzte 
Wirksamkeit des muttersprachlichen Unterrichts für Angehörige kleiner nationaler Min- 
derheiten, der in der Sowjetzeit im Rahmen der Politik der Zweisprachigkeit, allerdings 
meist nur in den Anfangsklassen der Grundschule, praktiziert wurde (Vakhtin 1998, 
Mikhal&enko 2002). 
j Fibeln in Sprachen der nationalen Minderheiten werden in Russland im Erstleseunter- 
1059: in den „nationalen Schulen und Klassen“ verwendet; hier wird der Leseunterricht in 
WRE, T zwei getrennten Fächern, nämlich im Fach „Muttersprache“ und im Fach 
PERE TE SEIEN erste Fibel für den muttersprachlichen Unterricht im 
0 SIED Ed werden zwei Ausgaben des in den 1970er Jahren von der Autorengrup- 
ENG M AETRE 15 NE Uvaurgina entwickelten tschuktschischen Erstlese- 
Reihe EE & 17/1 von der Leningrader Abteilung von Prosve8&enije besorgte 1. 
M u en in 217 Auflage von 4000 Exemplaren (F 8), 30wie die 4. Ausgabe 
AT IETEN a 03 1 als Produktion der St. Petersburger Filiale von Prosve8te- 
fende "Vorbe NU are gedruckt wurden (F 9). Die in den 1970er Jahren bezste- 
u DEM 75 I asSe der tSchuktschischen Schule“, für welche die 1. Ausgabe 
MTI Sc Ulwesens umgewandelt. Die Erstausgabe der 
| assSt 127 Seiten, die 4. Ausgabe 143 Seiten. 
MEERE ner nudes in den tschuktschischen Fibeln wurden, wie oben 
echalb 5 0 Abbildungen als Quellen herangezogen. Um so bemer- 
er quantitativer Befund zur tschuktschischen Fibel von 
Bei der Analys 
bereits erwähnt, 
kenswerter ist d 
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