Full text: Chemie : 9. bis 12. Klasse (1955)

entwickelte Wissenschaft in einer fortschrittlichen Gesellschaftsordnung der 
Hebung des allgemeinen Wohlstandes dient. 
Die Schüler sollen durch einen Einblick in das Leben und Schaffen großer 
Chemiker, und besonders deutscher Chemiker, zur Achtung vor den Leistun- 
gen dieser Menschen erzogen werden. ‘Sie sollen zur Anerkennung der 
Leistungen der internationalen und insbesondere der russischen und So- 
wjetischen chemischen Wissenschaft erzogen werden. Der Chemieunterricht 
soll auf diese Weise dazu beitragen, die Liebe zum eigenen Voik zu wecken, 
die begründet ist in dem Stolz auf die wissenschaftlichen und technischen 
Leistungen des eigenen Volkes und seine schöpferischen Kräfte, die dem 
Fortschritt und der gesamten Menschheit dienen. 
Für den Chemieunterricht stehen in den mathematisch-naturwissenschaft- 
lichen Klassen (B) im 9. Schuljahr zwei Stunden, in den übrigen Schuljahren 
je drei Stunden, in den sprachlichen Klassen (A und C) je eine Stunde 
wöchentlich zur Verfügung. 
Es ist anzustreben, in möglichst weitem Umfange Schülerübungen im Rah- 
men des systematischen Unterrichts durchzuführen. 
Der Chemieunterricht der Oberschule führt die Schüler näher als der Unter- 
richt in der Grundschule an das Verständnis der Gesetzmäßigkeiten chemi- 
scher Erscheinungen heran. Die Schüler werden mit den grundlegenden 
Theorien der chemischen Wissenschaft bekanntgemacht. Auch hierbei ist 
das induktive Verfahren vorherrschend. Wird deduktiv bei der Erarbeitung 
eines Gesetzes oder einer Teorie vorgegangen, so sollen alle Möglichkeiten, 
genutzt werden, die gewonnenen Ergebnisse durch Experimente zu bestäti- 
gen und durch Anwendung auf praktische Aufgaben das Verständnis zu 
vertiefen. 
Das Experiment und die Beobachtung chemischer Erscheinungen und Vor- 
gänge in der Natur, im täglichen Leben und in der Produktion bilden die 
Grundlage und den Mittelpunkt des chemischen Unterrichts, 
Jeder Versuch muß in der Klasse in genügender Weise vorbereitet werden. 
Die Versuche sind grundsätzlich so zu gestalten, daß den Schülern Gelegen- 
heit gegeben wird, bei der Zusammenstellung der Versuchsanordnung sowie 
bei der Durchführung des Versuches selbst denkend und handelnd mitzu- 
wirken. Wo es möglich ist, sollen die Schüler einzeln oder in kleinen Grup- 
pen selbst Versuche durchführen. 
Sammlungen, Tafeln, Skizzen, Abbildungen, Filme und Diapositive sind 
weitgehend zu benutzen. Durch diese Hilfsmittel kann jedoch nicht die 
direkte Beobachtung der Erscheinungen ersetzt werden. 
Es sollen, wenn möglich, konkrete Unterlagen, wie Bildmaterial, Skizzen, 
Materialproben über örtliche chemische Industrien, über in der Nähe lie- 
gende Lagerstätten, chemische Rohstoffe usw., verwendet werden. 
Soweit wie möglich sollen mit den Schülern sorgfältig vorbereitete Be- 
triebsbesichtigungen durchgeführt werden; dabei sind nicht nur große che- 
mische Betriebe, sondern auch kleine Werkstätten zu besuchen. 
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