Full text: Lehrplan für Chemie

 
 
synthetische Makromolekulare. Sie müssen erkennen, daß Plaste, Elaste und 
Chemiefaserstoffe viele natürliche Werkstoffe in bestimmten Eigenschaften 
übertreffen, und daß der Mensch in der Lage ist, synthetische Makromolekulare 
gezielt herzustellen. s 
Die Schüler müssen die Bedeutung der synthetischen Makromolekularen für 
unsere Volkswirtschaft erkennen. Der Zusammenhang zwischen Eigenschaften 
und Verwendungsmöglichkeiten von Plasten, Elasten und Chemiefaserstoffen 
muß den Schülern deutlich werden. Sie sind zu befähigen, alle organisch-chemi- 
schen Reaktionen den bekannten Reaktionstypen Addition, Eliminierung und 
Substitution (Klasse 8, Stoffgebiet 11.) zuordnen zu können. 
In bezug auf diegeistigeEntwicklung der Schüler sind folgende Ziele 
zu erreichen: 
Besonders im Stoffgebiet 1., aber auch in der gesamten organischen Chemie, 
stehen allgemeine Gesetzmäßigkeiten der chemischen Reaktion im Mittelpunkt 
der Betrachtung. Die Schüler dringen dabei von der Erscheinung zum Wesen 
vor. 
Sie müssen befähigt werden, die chemischen Reaktionen, bei denen die Aus- 
gangsstoffe und die Reaktionsprodukte miteinander in Wechselbeziehung stehen, 
als System zu betrachten. Ferner müssen sie von der Änderung der äußeren 
Bedingungen auf die Veränderung ganzer Systeme schließen können. Diese 
Fähigkeit ist sowohl für die Behandlung der Methanolsynthese und die der 
Esterbildung als auch für die Behandlung der Ammoniaksynthese und die der 
Schwefeltrioxidherstellung (Klasse 10, Stoffabschnitte 2.4. und 3.3.) und im 
Biologieunterricht für dieBehandlung des biologischen Gleichgewichts (Klasse 9, 
Stoffabschnitt 1.1.3.) bedeutsam. 
Das Zuordnen der organisch-chemischen Reaktionen zu den drei Reaktionstypen 
Addition, Eliminierung und Substitution (Klasse 8, Stoffgebiet 11.) stellt in 
Klasse 9 wesentlich höhere Anforderungen, da Reaktionen betrachtet werden, 
bei denen kompliziertere Stoffe beteiligt sind. Deshalb müssen die Schüler sich 
im Klassifizieren üben. Dabei ist die im Mathematikunterricht entwickelte 
Fähigkeit der mengentheoretischen und logischen Durchdringung aufzugreifen 
und zu vervollkommnen. 
Die Anwendung der chemischen Zeichensprache erfolgt auf Verbindungen mit 
komplizierterer Struktur. Dadurch sind nicht nur die Sicherheit im Umgang 
mit Symbolen, Formeln und chemischen Gleichungen zu erhöhen, sondern auch 
die Fähigkeit herauszubilden, Zusammenhänge zwischen Struktur und Eigen- 
schaften besser zu erfassen. Besonders das Übertragen der mit Hilfe der 
chemischen Zeichensprache dargestellten Sachverhalte in wissenschaftlich exakte 
sprachliche Formulierungen muß geübt werden. Die Schüler müssen das Wesent- 
liche des betreffenden Sachverhalts erfassen. Auf diese Weise wird nicht nur 
der sprachliche Ausdruck der Schüler verbessert, sondern es werden auch die 
chemischen Sachverhalte besser verstanden. 
Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen, zu begründen und sinnvolle 
Möglichkeiten zur experimentellen Prüfung vermuteter Zusammenhänge nach- 
zuweisen, wurde bereits in den naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern der 
Klassen 7 und 8 vorgebildet. Diese ist in Klasse 9 zu vervollkommnen. 
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