Full text: Lateinisch-deutsches Lehrbuch für die ersten Anfänger. - [Erste Abtheilung] ([Abt.1])

 
 
 
 
210 ——- 
$0 ‘sind die Menschen, und noch viel mehr als diese 
zur Gesellschaft’ bestimmt, und zeigen dabey im Thun 
und Denken ihren Verstand. Wenn daher nicht die 
Tügend, welche sich in der Fürsorge für die Men- 
schen, "oder in der Geselligkeit zeigt, sich mit der 
Erkentnifs verbindet, so wird die Erkenntnifs sehr 
einseitig und unfruchtbar erscheinen. Auch die Gröfse 
der Seäle; wenn Sie Sich von der menschlichen Gesell- 
schaft entfernte, würde eine Art von Wildheit und 
Rohheit seyn. Daher mufs die Geselligkeit, und. Ge- 
meinschäft- mit den‘ Menschen dem Bestreben nach 
Flenntnissen vorgehn. Es ist‘ auch nicht wahr, was 
einige Sagen, dafs die Menschen 'blos um der Bedürf- 
nisse des Lebens willen, und 'weil' wir die Forderungen 
der Natur ohne die Beyhülfe andrer nicht befriedi- 
"Ben könnten, 'mit einander in Verbindung und Gesell- 
schaft getreten wären; wenn hingegen alles, was wir 
zu'unsrem Unterhalt, und zu unsrer', Bequemlichkeit 
nöthig hätten, uns 30 zu Sagen durch. den Schlag ei- 
ner Zauberruthe herbeygeschafft würde, so würde je- 
der gute und treffliche Hopf, mit Beyseitsetzung aller 
andern Geschäfte, sich blos mit der Erkenntni/s und 
Wissenschaft abgeben. Diefs ist aber nicht so. Denn 
er würde doch die Einsamkeit fliehen , würde sich ei= 
nen Theilnehmer än seinen Studien suchen; würde 
bald lehren, bald lernen, bald hören, bald Sprechen 
wollen. ‘Also ist jede Pflicht ,'die sich auf die Verbin- 
dung: und Gesellschaft der Menschen bezieht, denje- 
nigen ‚Pflichten vorzuziehn, welche unsre Erkenntnifs 
und W.issenschaft betreffen. 

	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.