Full text: Lateinisch-deutsches Lehrbuch für die ersten Anfänger. - [Erste Abtheilung] ([Abt.1])

 
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wie mit einer Reihe Pallisaden verwahrt, und geben ss 
den Augen eine Schr wohlgestaltete Einfassung. Dieser 
Augenlieder Schnelle mit unglaublicher Geschwindigkeit 
verrichtete Bewegung, hindert das ununterbrochoe Se 
hen nicht , und 'erquickt doch die Sehekraft selbst, 
Und wem gefällt nicht die Wölbung der Augenbraunen 
aus kurzen Haaren gebildet? Sind sie nicht ein Damm 
- den Augen zur Schutzwehr, damit nichts von oben hin- 
ein falle , und‘zugleich zur Zierde gegeben? Auf ih» 
rer Gränzscheide erhebt sich die Nase, und indem sich 
ihr Rücken gleichförmig herabzieht, dient sie beyden 
Augen zur Sonderung und zur Befestigung. 
Unterhalb sind die Augen durch die nach Art der 
Hügel sanft mit lieblicher Rundung sich erhebenden 
Wangen von allen Seiten geschützt , und so hat der er- 
habenste Künstler auch dafür gesorgt, da/s ein zufäl- 
liger etwa zu heftiger Stofs durch ihre Erhebung “n 
gehalten: werde, 
Der obere Theil der Nase Bir an die Mitte bestehet 
aus einem festen Knochen, dann [ehlie/st sich aber un- 
terwärts ein weicher Finorpel an. Dieses obgleich sehr 
‚einfache Glied ist doch zu drey Verrichtungen bestimmt, 
erstlich zum Athemholen, zweytens zum Riechen, und 
drittens, da/s durch seine Höhlen der Schleim ab- 
fiiefsen könne, den man Nasenschleim oder Rotz 
nennt. Diese Höhlen sind so weislich gebildet, dafs 
selbst ihr Ausgang das Gesicht nicht verstellen konnte. 
Dieses würde aber allerdings geschehen seyn, wenn die 
Oeffnung der Nase aus einem einzigen Loche besründe, 
So aber hat Gott gleichsam in der Mitte eine Scheide- 

	        

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