Full text: Lehrplan Chemie

 
dukte in Verbindung mit den Kenntnissen über das chemische Gleichgewicht 
zu erklären. Es ist hervorzuheben, daß oftmals erst durch Katalyse die tech- 
nische Durchführung chemischer Reaktionen wirtschaftlich wird. 
Auf die negative Katalyse ist einzugehen, jedoch nicht auf die Unterscheidung 
von homogener und heterogener Katalyse. 
Die Behandlung der Reaktionsbedingungen und des Reaktionsverlaufs ist nur 
bei Elementarreaktionen und nicht am Beispiel von Bruttoreaktionen, wie sie 
vor allem die Gleichgewichtsreaktion darstellt, durchzuführen. 
In dem ausgewiesenen Lehrerdemonstrationsexperiment (Verbrennung von 
Schwefel) kommt es darauf an, den Einfluß der Teilchenkonzentration und der 
Aktivierungsenergie auf die chemische Reaktion kenntlich zu machen. 
Bei der Darlegung von Grundlagen der Theorie des chemischen Gleichgewichts 
ist an behandelte chemische Reaktionen, wie Dissoziation, Hydrierung und 
Dehydrierung, anzuknüpfen, um die Umkehrbarkeit des Reaktionsablaufs 
deutlich zu machen. Zur Ableitung des Begriffs „chemisches Gleichgewicht” ist 
das gleichzeitige gegenseitige Übertragen von Wasser auf zwei Meßgefäße 
mittels Glasrohre unterschiedlichen Durchmessers als Modellexperiment aus- 
zuführen. 
Die funktionale Betrachtungsweise ist konsequent anzuwenden, indem der 
Gleichgewichtszustand mit Hilfe einfacher Beziehungen zu kennzeichnen ist. 
Die Gesetzmäßigkeiten des chemischen Gleichgewichts sind nur in qualitativer 
Hinsicht zu erläutern. Es ist die Erkenntnis herauszuarbeiten, daß verschiedenen 
Erscheinungen gleiche Gesetzmäßigkeiten zugrunde liegen. Am Beispiel des 
chemischen Gleichgewichts lernen die Schüler ein System kennen. Die Wechsel- 
wirkungen zwischen den Ausgangsstoffen und den Reaktionsprodukten bei 
chemischen Reaktionen sind den Schülern bewußtzumachen. Ihnen ist zu 
erläutern, daß sich ein System aus Bestandteilen zusammensetzt und daß 
zwischen diesen Bestandteilen Beziehungen bestehen. Damit werden Vor- 
leistungen für den Biologieunterricht zur Behandlung der Energietransfor- 
mation (Klasse 9, Stoffgebiet 1.) und für den Geographieunterricht zur Be- 
handlung der Landschaft (Klasse 9, Stoffgebiet 6.) geschaffen. 
In Verbindung mit der kinetischen Betrachtung sind die Schüler erstmalig im 
Chemieunterricht mit statistischen Problemen vertraut zu machen. Die Schüler 
müssen erkennen, daß über die Lage des chemischen Gleichgewichts und seine 
Beeinflussung sichere Aussagen gemacht werden können, nicht aber über den 
Zeitpunkt der Bildung oder des Zerfalls von Einzelmolekülen. Kenntnisse über 
statistische Gesetzmäßigkeiten werden bei der Behandlung des Atombaus (Klas- 
se 8, Stoffabschnitt 1.1.) vorbereitet und im Physikunterricht bei’der Einführung 
in die Kernphysik (Klasse 10, Stoffgebiet 1.) erweitert. 
Das in diesem Stoffgebiet erworbene Wissen und das Können sind in den 
folgenden Stoffgebieten an geeigneten Sachverhalten anzuwenden und damit 
zu vertiefen. 
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