Full text: Lehrplan Chemie

 
1. Stoffe — Stoffveränderungen 9 Stunden 
Die Schüler erwerben auf experimenteller Grundlage Kenntnisse über 
Eigenschaften der Stoffe und über chemische Reaktionen. 
Die Begriffe „Stoffgemisch“, „physikalischer Vorgang“ und „chemische 
Reaktion“ sind von der erscheinungsmäßigen Seite aus zu erarbeiten. Im 
Zusammenhang damit ist das erworbene Wissen über „Körper und Stoff“ 
(Physikunterricht, Klasse 6) zu nutzen. Herstellen und Trennen von Stoff- 
gemischen haben die Aufgabe, daß die Schüler physikalische Vorgänge er- 
kennen, auf Grund der stofflichen Eigenschaften geeignete Trennmetho- 
den wählen und wichtige Arbeitstechniken erlernen. Dabei:sind die Kennt- 
nisse über das Sedimentieren aus dem Geographieunterricht aufzugreifen 
und auf das Dekantieren als Trennmethode zu übertragen. Den Schü- 
lern ist bewußtzumachen, daß die in den Laboratorien durchgeführ- 
ten Arbeitstechniken bei vielen Produktionsprozessen angewendet wer- 
den. 
Der Begriff „chemische Reaktion“ ist experimentell zu erarbeiten und 
dem Begriff „physikalischer Vorgang“ gegenüberzustellen. Die Schüler 
müssen erkennen, daß chemische Reaktionen stets zu stofflichen Verände- 
rungen führen und die Reaktionsprodukte andere Eigenschaften besitzen - 
als die Ausgangsstoffe. Diese Erkenntnis muß zu der Überzeugung führen, 
daß es den Menschen möglich ist, neue Stoffe durch Stoffumwandlung 
herzustellen. 
Die Schüler müssen durch zielgerichtetes Beobachten erkennen, daß zum 
Einleiten vieler chemischer Reaktionen Wärme notwendig ist und daß 
chemische Reaktionen stets mit physikalischen Vorgängen verbunden 
sind. i 
Die bereits im Biologie- und Physikunterricht erworbenen Verhaltens- 
weisen der Schüler beim Experimentieren sind weiterzuentwickeln. 
Im Stoffabschnitt „Wissenschaft Chemie — chemische Industrie“ sind Ge- 
meinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Gegenstände der Natur- 
wissenschaften Chemie, Physik und Biologie herauszuarbeiten. 
Die Bedeutung der chemischen Industrie für unsere gesamte Wirtschaft 
und für das tägliche Leben ist an konkretem Zahlenmaterial (Perspektiv- 
plan zur Entwicklung der Volkswirtschaft, statistische Jahrbücher der 
Deutschen Demokratischen Republik, Zeitschrift „Chemie in der Schule“ 
und Tagespresse) zu belegen. An wichtigen Ausgangsstoffen der chemi- 
schen Industrie sind zu nennen: Braunkohle, Kalisalze, Steinsalz, Kalk und 
Anhydrit. Den Schülern ist bewußtzumachen, daß in steigendem Re 
Erdöl, Erdölprodukte und Erdgas Verwendung finden. 
In Verbindung mit den Fächern Geschichte und Staatsbürgerkunde sollen 
die Schüler erkennen, daß die Ergebnisse der Wissenschaft Chemie in die 
Produktion einfließen und unter anderem zur Entstehung völlig neuer 
Technologien und Produktionszweige führen. Es ist zu zeigen, daß die 
Nutzung solcher Ergebnisse von den gesellschaftlichen Verhältnissen abhän- 
gig ist. 
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