Full text: Klasse 8

 
 
sorgfältiges und verantwortungsvolles Arbeiten zu gewöhnen und zu Beharrlich- 
keit und Ausdauer zu erziehen. Großer Wert ist auf die Erziehung der Schüler zu 
kritischer und unvoreingenommener Beurteilung ihrer Ergebnisse zu legen, und 
es ist die Bereitschaft herauszubilden, erkannte Fehler zu beseitigen. 
Der Chemieunterricht trägt wirksam zur Herausbildung der wissenschaftlichen 
Weltanschauung der Schüler bei. Durch die logisch zwingende Erarbeitung von 
Gesetzen und ihren Nachweis mit Hilfe von Experimenten wird die Überzeugung 
der Schüler vom objektiven Charakter der Naturgesetze und ihrer Erkennbarkeit 
gefördert. 
Die Schüler sollen begreifen, daß mit der Anwendung von Gesetzmäßigkeiten 
der Chemie in der chemischen Produktion zugleich deren objektive Existenz 
durch die Praxis I igt wird. Am Beispiel der Herstellung von Ammoniak aus 
dem Stickstoff der Luft kann besonders wirksam belegt werden, wie durch die An- 
wendung der Kenntnisse über das chemische Gleichgewicht und die Katalyse ein 
bedeutendes Produktionsverfahren entwickelt werden konnte, das noch heute der 
Produktion von Ammoniak zugrunde liegt. Mit dem Beobachten und Experimen- 
tieren, der Arbeit mit Modellen sowie beim Begründen, Erklären und Voraussagen 
eignen sich die Schüler Methoden wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens an, 
die zum konsequent materialistischen Herangehen an die Wirklichkeit erziehen. 
Der weltanschaulichen Erziehung dient auch die Würdigung der Leistungen her- 
vorragender Wissenschaftler. Am Beispiel der Voraussagen von D. I. Mendelejew 
über die Existenz noch nicht erkannter Elemente und deren Entdeckung wird den 
Schülern überzeugend die Möglichkeit bewußtgemacht, auf der Grundlage er- 
kannter Naturgesetze wissenschaftliche Voraussagen treffen zu können. 
  
 
 
 
 
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Im Chemieunterricht der Klasse 7 wird Wissen über Stoffe und chemische Reak- 
tionen sowie über deren Anwendung in der Produktion und im täglichen Leben 
vermittelt. Damit werden wichtige Grundlagen für den Chemieunterricht bis zur 
Klasse 10 geschaffen. 
Mit Metallen, Molekülsubstanzen und Ionensubstanzen werden Stoffklassen be- 
handelt, die im Verlaufe des gesamten Lehrganges die Srundlage für die Eintei- 
lung und Systematisierung der Stoffe bilden. Zugleich setzt mit dem Erfassen von 
Zusammenhängen zwischen dem Bau dieser Stoffe und einigen ihrer Eigenschaf- 
ten eine Betrachtungsweise ein, die im weiteren Unterricht ständig angewandt 
wird. 
In dieser Klasse wird auch die Basis für das Verständnis chemischer Reaktionen 
geschaffen, indem die Schüler das Gesetz von der Erhaltung der Masse kennenler- 
nen, Stoff- und Energieumwandlungen bei chemischen Reaktionen erfassen, Um- 
ordnung und Veränderungen der Teilchen der Ausgangsstoffe zu Teilchen der Re- 
aktionsprodukte erkennen und mit wichtigen Reaktionsbedingungen, wie der 
Temperatur, der Durchmischung der Ausgangsstoffe und dem Sauerstoffanteil bei 
der Oxidation von Metallen, bekannt gemacht werden. ! 
Die Behandlung der Merkmale der chemischen Reaktionen greift das Wissen 
der Schüler aus dem Stoffgebiet „Energie in Natur und Technik“ des Physikunter- 
richts der Klasse 7 auf und sichert zugleich Voraussetzungen für die Behandlung 
des Stoff- und Energiewechsels der Organismen im Biologieunterricht der Klassen 
8 und 9. 
Ausgehend vom Wissen über das Atommodell aus dem Physikunterricht werden 
die Schüler mit den Protonen als positiv elektrisch geladenen Teilchen im Atom- 
‘Kern bekannt gemacht und dadurch in die Lage versetzt, die Anordnung der Ele- 
mente nach steigender Protonenanzahl und der Hauptgruppenelemente nach der 
Anzahl der Außenelektronen im Periodensystem zu begreifen. Damit sind Voraus- 
a gegeben, um das Periodensystem der Elemente als Arbeitsmittel zu 
nutzen. 
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