146 Gerätſchaften in der Schule. -- Geſang, liturgiſcher. -- Geſundheitslehre, 
rechten Schrift günſtiger iſt, aber die Körperhaltung iſt eine Qual für die 
Kinder. Schnellſ<hreiben iſt nicht leiht und Schönſchreiben abſolut unmöglich. 
Unſere Anſicht haben wir niedergelegt im Artikel: Kalligraphie UU, 623. -- 
Die Schiefertafeln und die mit Siefer überzogenen ſchwarzen Tafeln der 
Schulkinder aus der Schule hinauszuſchaffen iſt bis jezt noch nicht gelungen, 
obwohl auch ſie die Kurzſichtigkeit befördern. Jn neueſter Zeit iſt e8 der Kunſt- 
ſteinfabrik von Tieben in Pilſen gelungen, eine weiße Tafel herzuſtellen. Sie iſt 
aus weißem, ſteinhartem Material in der Form der bisherigen Tafeln, läßt ſich 
mit Bleiſtift ſo gut wie Papier beſchreiben und das Geſchriebene kann mit 
einem feuchten Shwamm abgewiſcht werden. Zn den Wiener Schulen ſind 
diejelben ſeit 1882 eingeführt, bewähren ſich aber nicht beſonders, da dieſelben 
ſehr ſ<mußen. (Über andere Mängel vergl. Rheiniſch-Weſtfäliſ<he Lehrerz. 1883, 
Nr. 16). Die quadrierten Sciefertafeln , von welchen man ſich einen ſo 
großen Nußen für das Schreiben verſprach , ſind, als dem Auge ſchädlich, in 
Bayern und Preußen verboten. Die ſchwarzen Tafeln werden immer ein Nots- 
behelf bleiben ; es iſt jedoH deren Gebrauc< ſo viel wie mögli zu be- 
ſ<ränken, was auch von verſhiedenen Schulbehörden, z. B. von der württem=- 
bergiſchen , ausdrüclich geboten iſt. Nähere Details geben insbeſondere die 
Handbücher der Schulhygiene, wie ſie im Artikel: Geſundheit8pflege S. 155 
angegeben ſind. 
Geſang, liturgiſcher, ſiehe Liturgiſcher Geſang. 
Geſundheitslehre (Bd. 11, 276). Zu einer rationellen Geſundheitslehre 
gehört in erſter Linie die Belehrung; denn es iſt ſicherlich von höherem 
Werte, Krankheiten zu verhüten, als Krankheiten heilen zu können. Dieſe Be=- 
lehrung muß aber in alle Schichten des Volkes hineindringen, und darum 
entſteht die Frage, auf welche Weiſe dieſe Belehrung zum Gemeingut aller ge- 
macht werden kann. Der Wege ſind nun mancherlei, die aber ſämtlich einge- 
ſ<lagen werden müſſen und von denen keiner vernachläſſigt werden darf. Ein 
wirkſames Mittel iſt die Verbreitung von leichtfaßlichen Shriften, deren wir 
leider nicht viele beſißen. Solche Schriften müſſen die Volks=-, Jugend=-, 
Pfarr= und andere der öffentlichen Benüzung gewidmeten Bibliotheken in viel- 
facher Zahl beſizen. Eine Hauptaufgabe fällt hiebei den Kalendern zu , die 
ja das weitverbreitetſte und von allen geleſenſte Buß ſind. Auch die illuſtrier- 
ten Zeitſchriften ſollten dieſem Gegenſtande mehr Aufmerkſamkeit ſ<enken, ob= 
gleich nicht zu verkennen iſt , daß dieſe mehr Schwierigkeiten zu bekämpfen 
haben, weil ihre Leſer gar neuerungsfüchtig ſind. Der eigentliche Ort aber, 
wo die Geſundheitslehre vor allem gepflegt werden muß, iſt die Boltsſ<ule, 
und es entſteht nur die Frage, ſoll dieſelbe als eigentlicher Lehrgegenſtand be= 
handelt, oder ſoll diefelbe beim Unterricht in der Naturwiſſenſc<haft gelegentlich 
zur Behandlung kommen. Unbegreiflicherweiſe giebt es noh Sc<ulmänner, 
wel<e letzteren Weg einſ<lagen wollen, obwohl derſelbe der weitläufigſte und 
unſicherſte Weg iſt. Jſt es 3. B. nicht lächerlih, wenn Dr. EC. Peßold 
jagt: „Bei Betrachtung der Kaße wird man 3. B. von der Pupille und ihrer 
Erweiterung reden müſſen, woran ſich ſehr leiht Belehrung über die Schädlich- 
keit ſ<nellen Übergangs vom Dunkeln ins Helle und umgekehrt, wie über die 
des Arbeitens mit den Augen in der Dämmerung anſchließen läßt. (Hand- 
wörterbuch für den deutſchen Volksſ<hullehrer, Bd. 1, S. 248.) Jſt es nun 
angemeſſen, einen ſo wichtigen Gegenſtand, wie die Pflege des Auges iſt, davon 
abhängen zu laſſen, ob ein Lehrer die Katze behandelt und ob er die gehörigen 
Anwendungen zu machen weiß. Man kann hier ſehen, wie das zunächſt 
liegende nur deswegen nicht angenommen wird, weil man mit demſelben keinen 
Staat machen kann. Dem gegenüber halten wir an der Anſicht, die wir im
	        

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