Niederlande. 941
Handhabe zu Verationen biete als das alte, und in dem neuen das Prinzip der
Privatſ Geſetzes jind: Volksſchulunterricht iſt Haus- oder Schulunterricht. Unterricht,
welcher Kindern von höchſtens drei Familien zuſammen in der Wohnung eines
der Häupter dieſer Familie erteilt wird, iſt Hausunterricht. Jeder andere
Unterricht iſt Schulunterricht (Art. 1). Unter Volksunterricht verſteht dieſes
Geſez den Unterricht in a) Leſen, bh) Screiben, c) Rechnen, d) in den An-
fängen der Formenlehre , €) der niederländiſchen Sprache, f) der vaterländi-
ichen Geſchichte, g) der Erdkunde, kh) der Naturkunde , i) im Singen, k) in
nüßlichen Arbeiten für Mädchen. Jn Volksſ gegeben werden in den Anfängen 1) der franzöſiſchen, m) der hoc n) der engliſchen Sprache, 0) der allgemeinen Geſchichte, p) der Mathematik,
(2) im Handzeichnen, r) in der AFerbaukunde, 8) im Turnen und t) in den
ſhnen Handarbeiten für Mädchen (Art. 2). Volksſchulen, deren Koſten ganz
oder teilweiſe von den Gemeinden oder dem Reiche getragen werden, ſind
öffent&iche, alle anderen ſind Privatſchulen (Art. 3). Niemand darf Volks3-
ſhulun terricht erteilen, wenn er nicht die vorgeſchriebenen Zeugniſſe über Be-
fähigung und Sittlichkeit hat (Art. 6). Die Beſtimmungen des vorhergehen-
den Artife ls find nic Familie nie deren HauSunterricht erteilt; b) denjenigen, welher aus dem Er-
teilen des Xolksunterrichtes keinen Beruf macht, ſondern ohne geldliche Be-
lohnung ſich dazu bereit erklärt, nachdem derſelbe Crlaubnis hierzu erhalten
(Art. 7). Junge Leute beiderlei Geſchlechtes dürfen mit ſchriftliher Gutheißung
des Arrondiſſement8auſſeher3s in der Schule als Zöglinge zugelaſſen werden
und mithelfen, wenn ſie a) das fünſzehnte Jahr angetreten und das neun-
zehnte noFh nicht vollendet haben; b) zu keiner Thätigkeit in der Schule ge-
braucht werden, welche nicht unter direkter Leitung des Vorſtehers ſteht und
€) nac< dreimonatlicher Thätigkeit im Beſiße eines Zeugniſſes des Schulvoxr-
ſtehers ſind , daß ihr ſittliches Betragen und ihre Fortihritte genügen. Cin
jol den Seminare für Lehrer errichtet und unterhalten (Art. 12). In jeder Ge-
meinde wird genügender Bolksſ Schulen erteilt, welche allen Kindern ohne Unterſ Geſinnung zugänglic< ſind (Art. 16). So viel wie thunlih wird dem-
jenigen, welcher den gewöhnlichen Schulunterricht empfangen hat, die Gelegen-
heit zum Genuß des Wiederholungsunterric jſezung der Schulzeiten wird durch das Freigeben von in der Regel genannten
Stunden dafür geſorgt, daß die Schulkinder von dem Gottesdienſtlehrer
Gottesdienſtunterricht erhalten können. Die Scullokale werden unter Vorbe-
halte, welche von dem Bürgermeiſter in Übereinſtimmung mit dem Diſtrikt3-
Schulauffeher zu beſtimmen ſind, zu dieſem Religion5Sunterrichte eingeräumt
und nötigenfalls erleuchtet und geheizt (Art. 22). An der Spiße jeder Schule
ſteht ein Lehrer, welcher das dreiundzwanzigſte LebensJahr vollendet haben und
den Rang eine38 Hauptlehrers beſigen muß (Art. 23). Jhm ſtehen ein , zwei,
drei oder vier Lehrer zur Seite, je nachdem die Anzahl der Schüler mehr als
30, 70, 120 oder 170 beträgt (Art. 24). Wenn eine Schule mehrere Klaſſen
zählt, werden mit dem Unterrichte in den unteren Klaſſen vorzug3weiſe Lehre-
rinnen, mit dem in den oberen Klaſſen, mit Au8nahme von Mädchenſchulen,
vorzugsweiſe Lehrer betraut (Art, 25). Jeder Lehrer erhält ein feſtes Jahre3-
gehalt. Dieſes beträgt in keinem Falle weniger als 700 fl. (-H&. 1181, 66 <).)
für den Vorſteher der Schule, nicht weniger als 600 fl. (-4& 1014) für den
Lehrer mit dem Rang eines Hauptlehrer3 und nicht weniger als 400 fl.
(A 676) für jeden anderen Lehrer. Der Vorſteher der Schule erhält außer-
dem freie Wohnung, wenn möglich mit einem Garten (Art, 26). Die Lehrer
Ro lfus8, Ergänzung8band der Real-Encyklopädie. 16

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