Handfertigkeitsunterricht. =- Jais, = Juden, -- Katechetik, --- Kinderman. -- Lo>e. 398 
lingen die Möglichkeit zu bieten, während der erſten zwei Jahre der Bildung3- 
zeit in wöchentlih zwei Stunden, während der lezten zwei Jahre in 
wöchentlih einer Stunde Handfertigkeit zu treiben. In Frankreich 
macht ein Geſe vom 28. März 1882 den Handfertigkeitsunterriht zum obli- 
gatoriſ<en Lehrgegenſtande. In 80 Pariſer Volköſchulen war 1884 ein ſolcher 
Unterricht bereits eingeführt, dazu no< in ungefähr 320 anderen Sculen. 
Allein das heißt man eben Induſtrie für Knaben ebenſo neben der Schule 
oder als Anhängſel der Schule treiben, wie weibliche Induſtrieſchulen mit den 
Volksſchulen verbunden werden. Dagegen kann man überall da, wo die Zeit 
es erlaubt und die Notwendigkeit dazu drängt, nichts einwenden; allein in 
allen dieſen Fällen tritt der Handfertigkeitsunterricht keines8wegs in eine orga- 
nij<e Verbindung zu den übrigen Lehrgegenſtänden. Nun iſt es allerdings 
unſerer Anſicht naß nüßlicher für einen Schullehrerſeminarzögling, wenn er in 
jeinen Mußeſtunden ſich mit Papparbeiten, Laubſägearbeiten, Ausſ<nizzen und 
dgl. beſchäftigt, als wenn er in das Theater geht oder Leſſing lieſt. Die Handar- 
beit kann ihn, wenn er einmal auf das Land hinauskommt , nüßlich beſchäftigen, 
aber für die Schule kommt nichts dabei heraus. Daher hat der Widerſtand 
der Lehrer ſi< auch nicht vermindert. So hat die Schweizeriſche Lehrerzeitung 
1884 eine Reihe von 8 Artikeln gebracht, in welchen ſie es unter allen Um- 
ſtänden ſehr bedenklic< findet, wenn Handfertigkeitäunterricht unter die Lehr- 
fächer der Schule aufgenommen würden. Sie kommt zum Scluſſe: „Wenn 
neben den gewöhnlichen Shulfächern auc< das Zeichnen und Turnen in rech- 
ter Weiſe betrieben wird, dann hat die allgemeine Volksſchule ihre Pflicht ge- 
than ; das weitere gehört in die Spezialſhulen und in die Anſtalten für das 
reifere Jugendalter, (Allg. D. Lehrz. 1884. Nr. 32.) Die Sache hat aber 
auch noc< ein anderes Häk<hen, Man kann den Handkfertigkeit3unterricht nicht 
in unſere Schulen aufnehmen, ohne die entſprechende Zahl anderer Unterrichts- 
ſtunden ausfallen zu laſſen. Und da wird man wohl ſ<hwerlic<h entbehrliche 
Unterrichtöſtunden finden. 
Zais (Bd. 1, 578) hieß mit dem Taufnamen Joſeph; Ägidius war 
der Kloſtername. Er war Beichtvater zu Maria-Plain und ſtarb nicht 
am 3., ſondern am 22. Dezember 1822. (Kehrein, Biographiſch-litterariſches 
Lexikon der katholiſchen Dichter , Volks- und Jugendſcriftſteller im neunzehn- 
ten Jahrhundert. Würzburg 1868. 1, 171.) Das Lehr- und Gebetbüclein 
iſt von P. Hermann Koneberg neu au8gegeben worden (36. Aufl.) (134 S.). 
Juden (Bd. 11, 600). Zur Litteratur: Marcu8, Dr. Salomon, 
Die Pädagogik des israelitiſchen Volkes von der Patriarc<enzeit bis auf den 
Talmud. 2 Teile (in 1 Band.) gr. 82. (54 und 56 S.) Wien, Winter 
1877. 42, 40 3. Enthält im I. die Bibel, ein Buh der Erziehung; im 
11. zur Schulpädagogik des Talmud. 
Katechetik (Bd. 14, 653). Zur Litteratur: Damroth, G., Sem.- 
Dir. (und Prieſter), Katehetik oder Methodik d. Religion3unterrichtes in der 
katholiſchen Volksſ<hule. Zn den Grundzügen dargeſtellt. 89, (VI), 168 S.) 
Danzig 1881. Boenig. A 1, 20 Z. 
Kinderman, Ferdinand, (Bd. UU, 687) ſtarb am 25. Mai 1801 in 
Leitmeritz, wo er ſeit 10, Oktober 1790 Biſchof war. 
Loke, John, (Bd. 1, 215.) Zur Litteratur: Doſt, Dr. Otto, Die 
Pädagogik John Lo>es im Zuſammenhang mit ſeiner Philoſophie dargeſtellt. 
ar. 89, (50 S.) Plauen, Hohmann 1877. 60 5.
	        

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