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Oberkir<henrat8 als Oberſchulbehörde auf ihn lenkte. Er wurde als geiſtlicher 
Lehrer nach Bruchſal berufen, und .da er ſc<hon bei der Pfarrkonkursprüfung 
durc< ſeine ausgezeihneten Leiſtungen die Aufmerkſamkeit des Profeſſors der 
Moral und Domkapitulars Dr. 3. B. Hirſher erregt hatte, kam er auf deſſen 
Antrag 1843 an das neu eröffnete Collegium Theologicum (Theologiſches 
Konvikt) in Freiburg. Zwei Jahre nachher wurde er deſſen proviſoriſcher 
Direktor und wieder nah zwei Jahren betrat er den Lehrſtuhl für Pädagogik 
und Paſtoral an der Univerſität Freiburg, den er bis zu ſeinem am 18. Okto- 
ber 1883 erfolgten Tode, alſo 33 Jahre inne hatte. Obwohl ein mehrjähriges 
Augenübel und mannigfache körperliche Leiden die Wirkjamkeit als akademiſcher 
Lehrer erſ<werte, ſo blieb er derſelben treu, bis die lezte Krankheit ihn 
dieſem Berufe entriß| Er wurde in ſeinem Geburtsorte Bühl in der 
von ihm gebauten Gottesa&erkapelle beerdigt. An ſeinem Grabe ſtan- 
den die Vertreter des Erzb. Domkapitels, der Univerſität Freiburg, der katho» 
liſchen Studenten = Verbindungen, der Geſellenvereine und des Vinzentius- 
vereins und 110 Prieſter, die aus allen Teilen des Landes herbeigeeilt waren, 
um ihrem verſtorbenen Vorbilde, Mitbruder und Lehrer die lezte Ehre zu 
erweiſen. =- Stolz war ein äußerſt fruchtbarer Schriftſteller. Seine Werke 
umfaſſen 12 Bände ohne den „Sternenhimmel“ (Legende). Durch die weiteſte 
Verbreitung derſelben in allen Ländern und unter allen Schichten der Geſell 
ſchaft iſt er der Lehrer von Millionen geworden. Am berühmteſten wurde er 
durch ſeinen „Kalender für Zeit und Ewigkeit“, der 1843 als „Mixtur gegen 
Todesangſt“ zum erſtenmale erſchien und 1883 als ſiebzehnter Jahrgang mit „Die 
acht Seligkeiten“ ſeinen Abſ<luß fand. Berühmt wurde er auch durch ſeine 
Streitſhriften, in denen er das Rongetum, den DeutſchkatholiziSmus , den 
Proteſtantismus, den Napoleoni8Smus, die Freimaurer und die badiſche Sul- 
reform , insbeſondere die gemiſchte Schule, belämpfte. Seine Bedeutung auf 
dem Gebiete der Erziehung und des Unterrichts liegt aber mehr in ſeinen 
Volksſchriften, als in ſeinen eigentlichen Erziehungsſ<hriften. Durch alle Schriften 
ziehen ſi deſſen Erziehungsgrundſäße hindur<h. Der Inhalt gipfelt ſich in 
dem Saße, den er auch dem zweiten Jahrgange ſeines Kalenders mit auf den 
Titel gegeben: Wie der Menſch ſi< und andere erziehen ſoll. Eine Zujammen- 
faſſung derſelben iſt gewiſſermaſſen der Kalender von 1881 : „Die vornehmſte 
Kunſt.“ Durch ſeine Scriften , die in Hunderttauſenden von Exemplaren 
unter ho< und nieder verbreitet wurden, iſt er der Lehrer des katholiſchen 
deutſchen Volkes geworden , wie kein anderer. Wohl überraſchen manche Säße 
mehr, als ſie ſich, auf das allgemeine angewendet, als richtig erweiſen ; wohl 
finden ſich man<mal Ausdrüke, welche nicht zu den gewählten gehören und 
ſogar manche Leſer abſtoßen , aber im großen und ganzen hat niemand die 
<hriſtlihen Erziehungs8grundſäße körniger und treffender ausgeſprochen, als 
Alban Stolz. Unvergleichlih ſchön ſind insbeſondere die Vergleichungen 
aus dem Naturleben mit den Erj<heinungen im Seelenleben des Menſchen, 
wie denn in allen Scriften die tiefſten pſyHhologiſc<en Beobachtungen den 
Leſer feſſeln. Die eigentlichen Erziehungsſchriften außer den genannten Kalen- 
dern ſind: Katehetiſche Auslegung des Freiburger Didzeſankatechismus 
(Hirſcher'ſhen Katechismus) für Geiſtliche, Lehrer und Eltern. Nebſt einem 
Vorwort von J. B. v. Hirſcher. 2. bezw. 3. Aufl. 3 Bände. 8, (1200 S.) 
Freiburg , Herder. 1848. A 9. -- Erziehungskunſt, Vierte Aufl. 
Gereinigt und vermehrt (XII und 458 S.). A 3. Es bildet dies den 
neunten Band des Geſamtwerkes, der aber , wie alle anderen Bände, auch 
einzeln zu haben iſt. =- Lehrbüchlein für Kind8mädc<en, zugleich für 
Mütter. 2. verb. Aufl. 12, (48 S.) 30 43. = Für die Jugend zur 
Verbreitung unter der Jugend ſind insbeſondere noc< zu empfehlen: Anden- 
ken für Dienſtmädchen. 6. Aufl. 16*. (16 S.) 6 Exemplare in
	        

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