Full text: Die 95 Thesen Dr. Martin Luthers

I 18 MELLE 
Auch ſpäter äußert ſi Bi3mar> über den <hriſtlichen Glauben"): 
„Wenn ic< zu dem Unglauben, der dieſen Leuten beigebracht 
iſt, gekommen wäre -- ich lebe in einer reichen Tätigkeit, in einer 
wohlhabenden Situation, aber das alle8 könnte mich do<h nicht zu 
dem Wunſc<e veranlaſſen, einen Tag länger zu leben, wenn ich das, 
wa3 der Dichter (Streckfuß) nennt: „An Gott nnd beſſere Zukunft 
glauben", nicht hätte. 
„34, der Miniſter dieſe3 Staates, bin Chriſt, und entſchloſſen, 
als ſolcher zu handeln, wie ich glaube, e3 vor Gott rechtfertigen 
zu können.“ 
„Der Gott, der Welten dreht, kann auch mich deen mit ſeinen 
Flügeln.“ 
Nun zeige ich den Kindern, wie Tapferkeit de3 mutigen Gott- 
vertrauens und Heldenhaftigkeit bei Luther (Ein feſte Burg: „Und 
wenn die Welt voll Teufel wär") und bei Bi8mar> („Wir Deut- 
ſchen fürchten Gott und ſonſt nicht8 auf der Welt“) vorhanden ſind. 
So iſt auch jezt in dieſem Weltkriege das Lutherlied „Ein feſte 
Burg“, wie niemal3 zuvor deutſches Volk8= und Heldenlied geworden. 
= Nun verſtehen die Kinder den Sinn der heldenhaften 
Theſe 94: „Man ermahne die Chriſten, daß ſie Chriſto, ihrem Haupte, 
durch Kreuz, Tod und Hölle nachzufolgen fich befleißigen.“ 
VI. „Das Vertrauen, durch Ablaßbriefe ſelig zu werden, 
iſt eitel, wenn auch ſchon der Ablaßkommiſſar, ja der 
Papſt ſelbſt, für ſolche ſeine Seele zum Pfande ſegen 
wollte,“ (Theſe 52.) 
1. Wir ſehen noc<mals, daß der eigentlihe Höhepunkt der 
Theſen Luthers, wie wir ſie betrachtet haben, die Erkenntni3 der 
das ganze Leben ausfüllenden, auf den Glauben an Chriſtus und 
ſein Evangelium gegründeten, täglichen Buße iſt. =- Nun aber ent- 
ſteht die Frage: iſt ſol<e Erkenntnis der Buße denn ſhon die 
Reformation? 
-Y) Bergl. zu den folgenden Ausſprüchen: „Horſt Kohl: Mit Bi38mar> 
daheim uud im Felde. Kernworte aus ſeinen Briefen und Reden. Edwin 
Runge. Berlin-Lichterfelde. 1915. 1.--10. Tauſend. Seite 95, 96, 98. 
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