MICE ARLES 
durch welche Umſtände ſie in das Land Kanaan gekommen waren. 
Sie waren eben keine Geſchicht3profeſſoren, die das mühſam zu er- 
forſchen ſuchten. 
Da3 aber wußten ſie, daß ſie hineingekommen waren aus der 
Steppe heraus, aus einem Leben, das dem Bewohner des fruchtbaren 
Aerlandes als ein armſeliges und mühevolles erſcheinen mußte. Und 
da8 eben war nun ihre Gewißheit, daß ſie nie aus eigener Kraft 
in Kanaan3 Beſitz hätten kommen können, ſondern nur mit der Hilfe 
ihres Jahves. Ja, daß ihr Jahve ſchon vom erſten Tage an, wo ſie 
ſein Volk wurden, dies ſchöne Land für ſie ausgeſucht hatte und ſie 
auf dem kürzeſten Wege hineingeführt hätte, wenn nicht die Väter erſt 
al3 Strafe für ihre Undankbarkeit und ihren Ungehorſam in der 
„Wüſte“ hätten ſterben ſollen. So erſchienen dem Joraeliten auch 
alle Mißfälle der Steppenzeit als von Jahve geſandte Strafen und 
Prüfungen. Zn Ehrfurcht und Dankbarkeit zugleich freute er ſich. am 
Beſiße Kanaan3, als einem Geſchenke Jahves. Wie konnte er ander3 
al3 von einer „Eroberung“ reden, davon, wie Jahve den Joraeliten 
voranzog, daß der Jordan ſich teilte, die Mauern Jerichos umſielen, 
die Könige der Kanaaniter von Schrecken erfüllt wurden. So wenig 
konnte der fromme Jöraelit anders wie Kaiſer Wilhelm 1., der am 
Abend der Schlacht von Sedan das Siegestelegramm mit den Worten 
ſc<loß: Welc<' eine Wendung durc< Gottes Fügung! 
So iſt un3 damit das Wertvolle in dieſen Geſchichten nicht das, 
wovon ſie erzählen, ſondern wie ſie davon erzählen. Was ſie uns 
erzählen ſind Erinnerungen, auf die wir uns ſo wenig verlaſſen 
können, wie auf die Erzählung eines Veteranen von 1870/71 oder 
gar eines Düppelſtürmers. Aber hier wie dort ſpricht zu uns die 
demütig fromme Seele des Erzählers, die eben ganz erfüllt iſt von 
der Gewißheit: Groß iſt Jahve, hoc< und hehr! 
Wieder einmal kommt e3 uns alſo darauf an, daß die Kinder 
den Charakter dieſer alten Geſchichten als die ſachliche Wahrheit 
richtig erkennen lernen und damit auch den Charakter derer, die ſie 
erzählten und den nachfolgenden Geſchlechtern aufbewahrten. Und weil 
ſie das richtig herausfinden, ſezen wir zur Überſchrift all der Ge- 
ſchichten die Worte: Wie die Jsraeliten ſich die „Eroberung“ Kanaans 
erzählten. 
3. Was uns Ri. 1 und die Ausgrabungen 
berichten. 
Nach einer Lektüreſtunde, bei der e3 ſich um tiefere ſeeliſche Ein- 
drüe handelt, iſt die Wiederholung ſehr bald erledigt. Wenn nicht 

	        

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