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anders. Der Erntekranz, den man heute noc< in manchen Dorfkirchen 
aufgehängt findet, der noch heute geübte Gebrauch, nicht das lezte 
Stü> Obſt vom Baume zu pflücken, ſind das nicht zäh erhaltene Reſte 
oder wenigſtens Erinnerungen an alte heilige Pflichten im Dienſte 
Wodans, der Fruchtbarkeit ſpendete, dem zu Ehren die Feldprozeſſionen 
ſtattfanden. Hier wie dort war Leben und Gottesdienſt eine reſtloſe 
Gleichung, und dasſelbe Bild zeigt das Leben auch der heutigen Natur- 
völker. 
So wären alſo die Jsraeliten in Kanaan zu Kanaanitern und 
zu Baalsdienern geworden, wenn die Kanaaniter ſie ruhig hätten 
unter fi wohnen laſſen. Nun aber wollten dieſe ſie nicht unter ſich 
dulden und ſagten ihnen erbitterte Feindſchaft an. Und als die Not 
jo groß war, daß alles aus ſchien und zu Ende, da fanden ſie ſich 
zurüf zum Glauben an Jahve. „Jahve Jsrael3s Gott und Jöorael 
Jahves Volk“, dieſe Gewißheit erlebten ſie in blutiger Schlacht und 
im Toſen des Unwetters dort an den Ufern des Kiſon, wie einſt die 
Väter am Schilfmeer. Jahve größer als die Götter Ägyptens, größer 
als Baal. „Groß iſt Jahve, hoch- und hehr!“ Dieſer Schlachtruf konnte 
niemal3 wieder verſtummen, und immer wieder hallte er durch die 
Berge Kanaans oder Gilead3, wenn die Kanaaniter drohten oder 
Philiſter oder Midianiter. Jmmer wieder ſammelten ſich um ihn die, 
die in dieſem Glauben Mut und Vertrauen fanden. Und in diejem 
Glauben ſind die Stämme J5raels allmählich Herren geworden in 
Kanaan und noc< allmähliher und in noch bitterem Kampfe Herr 
über den Baalsdienſt, von welchem Ringen wir no< manches hören 
werden. Denn immer wiederholt ſich dasſelbe Bild: In Zeiten der 
Ruhe und des friedlichen Zuſammenlebens mit den Kanaanitern immer 
wieder ein Hinlaufen auch der Jsraeliten zu den Altären und Feſten 
Baals; wenn aber die Waffen erklangen im blutigen Streit um Daſein 
und Leben, dann -- ja, dann goß der Ruf „Jahve!“ jene unwider- 
ſtehliche Kraft in die Herzen und Arme, daß ſie die Feinde zerſchmet- 
terten und Baal3 Altäre ſtürzten. 
Ruhe und Frieden alſo wäre der Untergang geweſen; Krieg aber 
und Kampf führten zum Siege, und die Toten der Schlacht wurden 
die Saat zum Leben. Die Helden aber dieſer wilden Zeit, die Richter, 
ſie ſind jeder einzelne, ſo viel oder wenig wir auch von ihm noch er- 
fahren, vom „Geiſt Jahves“ erfüllt, ein Heerrufer Jahves geweſen, 
und ſie haben fortgeſezt, was „Moſe“ begonnen. Jn langer Reihe 
ſind ihre Namen dem Gedächtnis Js5raels eingegraben, hell erſtrahlt 
unter ihnen auch der Name eines Weibes „Debora“, die dankbar 
die ſpäteren eine „Mutter in Jsrael“ genannt haben.
	        

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