Full text: Der heilige Franziskus

 
Stunden zur Verfügung. Zur Spezialbetrachtung für dieſe Zeit 
beſtimmen wir die reflektierte Religioſität Auguſtins (Paulus), die 
naive Frömmigkeit des Franziskus (Jeſus) und die Bußpredigt Sa- 
vonarolas. (Die Stoffe werden natürlich im Lauf der Jahre wechſeln). 
Danach würde ſich folgender Lehrgang ergeben: Chriſtenverfol- 
gungen 2 Std., innere Entwiklung der <riſtlihen Glaubenslehre 
von den apoſtoliſchen Vätern bis auf Auguſtin 1 Std., Auguſtin 
6 Std., Anfänge des Mönc<htums 1 Std., Entſtehung der römiſchen 
Monarchie in der Kirche des Abendlandes 1 Std. (im Geſchichts- 
unterricht vorbereitet), die Miſſion unter den Germanen 1 Std., 
Papſttum und Kaiſertum von Karl dem Großen bis zum Interregnum 
2 Std. (im Geſchichtgunterricht vorbereitet), Franziskus 7 Std., 
Geſchichte des Papſttums vom Interregnum bi8 zur Reformation 
1 Std. (im Geſchichtsunterricht vorbereitet), Scholaſtik und Myſtik 
2 Std., Savonarola 6 Std. Die Verbindungslinien, die von einem 
dieſer Ruhepunfte im Unterricht zum andern führen, können und 
wollen wir nicht entbehren. Sie ſind für das Verſtändnis der Ge- 
ſamtentwiklung der <hriſtlichen Ideen, das wir unſeren Schülerinnen 
vermitteln möchten, unerläßlich. Bei ihrer Formulierung aber (ſie 
ſtehen in Abzügen oder Abſchriften der Klaſſe zur Verfügung) haben 
wir uns bemüht, nicht ein zuſammenhangloſes Zahlengerüſt zu bauen, 
ſondern in kurzen Worten die großen Linien der Entwieklung heraus- 
zuſtellen =- im Anſchluß an H. v. Schuberts „Grundzüge der Kirchen- 
geſchichte“, Tübingen. 3. Aufl. 1906 --. Dieſe Grundlinien werden 
beſprochen und gelernt. Sie ſind das feſte Fundament der Selbſt- 
tätigkeit unſerer Schülerinnen. Und dieſe Selbſttätigkeit ſezt nun- 
mehr ein bei der Behandlung der Spezialthemen. Aber auch hier 
dürfen wir von einer geiſtigen Mitarbeit nur ſprechen, wenn wir 
die Schülerinnen vor Probleme ſtellen, wie die Wiſſenſchaft ſie uns 
aufgibt. Das herkömmliche Referat aus einem genannten Buch und 
die Quellenlektüre im üblichen Sinn iſt doc< nichts weiter als eine 
Schulung im Leſenlernen, und mit ihr verbunden iſt nur zu ſehr 
die Ehrfurcht vor dem Gedructen, wie ſie wunderlicher Weiſe immer 
no< die moderne Schule in den Kindern der Gegenwart zu pflegen 
ſ<eint. Erſt da, wo die Vergleichung zweier Berichte vollzogen 
wird, beginnt das, was wir im Seminar geiſtige Arbeit der Sc<hüle- 
rinnen nennen dürften. (Vergl. die Behandlung von Grillparzers
	        

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