Full text: Der Müller von Sagorsch

lien Wagen; die ängſtliche und gedrückte Stimmung 
der in banger Sorge lebenden verarmten Bewohner 
ließ feine ordentliche Feſtesfreude aufkommen. 
Nur langſam rollten die unbeholfenen Wagen auf 
der großen Landſtraße in ſüdlicher, Richtung dahin, 
entlang an dem bewaldeten Höhenzuge, auf dem das 
heitere Laub der Buchen ſich ſcharf von dem düſteren 
Blauſchwarz der ernſteren Kiefern abhob. Kurz vor 
Kielan (früher Chylowo) bog der Zug in den 
Weg ein, der als feſter Damm durch den Kielauer 
Bruch zur Oxhöfter Kämpe führte. Vor dieſer ſtieg 
alles von den Gefährten ab, um zu Fuß den Auf- 
ſtieg zum Plateau zu unternehmen, da die Pferde die 
ſchweren Wagen nimmer beladen den ſteinigen Pfad 
hinaufgezogen hätten. Oben angelangt, wurde die 
Fahrt durch die Saatfelder der fruchtbaren Kämpe, 
die von den Greueln des Krieges noch verſchont ge- 
blieben waren, fortgeſeßt, und breiter und breiter 
wurde der in der Morgenſonne hell ſchimmernde 
Streifen der See, ein Zeichen, daß man ſich dem an 
der Küſte gelegenen Kirc<hdorfe Oxhöft mehr und 
mehr näherte. 
Vor der einfachen Kirche angekommen, die, an der 
E>e der hier nach Oſten zur See und nach Süden 
zum Lande ſteil abfallenden Kämpe errichtet, weithin 
ſichtbar iſt, verließ man die Wagen und begab ſich 
zum Gottesdienſte. Da das kleine Kirchlein die an 
dieſem Feſttage beſonders große Schar der Gläubigen 
nicht zu faſſen vermochte, ſo blieb ein großer Teil 
der Andächtigen und namentlich das jüngere Volk, das 
 
 
 

	        

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