Full text: Episteln und Evangelia, auf alle Sonn- und Fest-Tage durchs gantze Jahr; sammt Gebethen, Summarien, Reim-Seufzern und biblischen Sprüchen; Wie auch der Historie vom Leiden, Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi, imgleichen Zerstöhrung der Stadt Jerusalem; Nebst Bericht von dem Lebens-Laufe des Herrn Jesu, und seiner Heil. Apostel

größern Eifer und bündigen Schlüſſel ſeine Lehre behauptet, 
"und die Widerwärtigen eingetrieben, welcheihn aber mit Grimm 
vor ihr geiſtliches Gericht geführet, und da Matthias auch 
daſelbſt ſein Bekänntniß vertheidiget , und JEſum nicht ver- 
läugnen wollen, habe ihn der Hobeprieſier für einen Gottes- 
Läſterer ausgeruffen, und ihn zu der bey den Jüden gewöhn- 
lichen Strafe der Steinigung, verurtheilet. Matthias ſey ganß 
getroſt zur Marker gegangen, und als er an den Ort gelan- 
Het, wo er ſeines Lebens Ende finden ſollte, habe er ihre Boß- 
heit nochmals geſtraft; und da zwey falſche Zeugen über ihn 
Hezeuget , und die erſten zwey Steine auf ihn geworffen, habe 
er noch gebeten, ſie ſollten dieſe erſten zwey Steine, zu einem 
Zeugniß über ſie, mit ihm begraben. Weil aber die Römer 
Über die Jüden herrſcheten, ſo ward ihm auch, derſelben Ge- 
wohnheit nach, das Haupt mit einem Falbeile abgehauen. 
Von dem Jahre ſeines Todes und Ort des Begräbmſſes, kan 
man nicht recht gewiß berichten. Hieronimus will gar, er ſeyin 
Aethiopien eines natürlichen Todes geſtorben. Nicephorus 
aber zählet ihn zwar unter die Märtyrer, will aber nicht, daß 
er die Krone in Galiläa, ſondern bey den unchriſilichen Moh- 
ren in Aethiopien erlangt habe. Jhbm ſey aber wie ihm wolle, 
ſo weiſet ſein Lebenswandel eben ſowohl, als derer andern Apo- 
ſtel, daß alle Chriſigiäubige durch viel Trübſal ins Reich Got- 
tes eingehen müſſen. Des heiligen Matthiä Undencken feyert 
die <riſtliche Kirche auf den 24ſten Tag des Mo- 
naths Februarii, 

	        

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