Politiſche Vor- 
geſchichte, 
D. Die Ereigniſſe in Pommern 1757 
und bis Ende März 1758. 
Von ſeiner einſtigen dur< Guſtav Adolf erkämpften Groß- 
machtſtellung war Schweden ſeit Karls XU. Tode mehr und mehr 
hinabgeſtiegen. Seine geringen wirklihen Kampfmittel, ſeine dünne 
Bevölkerung und das Vordringen Rußlands nac< Weſten hatten ſich 
in der allgemeinen Machtverſ<iebung des 18. Jahrhunderts unab- 
weislic< fühlbar gemacht. Zu der politiſhen Schwäche nach außen 
kam langwieriger Parteihader im Jnnern. Nur no<4 dem Namen 
na? war Sweden eine Monarchie, ſeit 1720 hatten die 
Stände die Verfaſſung in republikaniſc<em Sinne umzugeſtalten 
gewußt. Nac< Jahrzehnte lang geführtem Kampfe war die ge- 
mäßigte Partei der „Müßen“ unterlegen, die radikale der „Hüte“ 
zur unumſc<ränkten Gewalt gelangt und damit die Leitung des 
Staats8weſens in die Hände einer gewiſſenloſen wirtſchaftlich zer- 
rütteten Partei geraten, die während der beginnenden Europäiſchen 
Verwiklungen weniger der ſtaat8männiſh<hen Erwägung als dem 
eigenen Geldbedürfniſſe folgte. Der den Schweden von der Zarin 
Eliſabeth aufgenötigte Thronfolger Adolf Friedrich von Holſtein- 
Gottorp, König ſeit 1751, war mit der ungleich energiſcheren 
geiſtvollen Ulrike, Sc<hweſter König Friedrichs des Großen, ver- 
mählt.*) Hatte die Hutpartei anfänglic< ihre eigenen Rußland 
ab- und Frankreich zugewandten JIntereſſen geſc<i>t mit denen 
*) Anhang 26.
	        

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