Full text: Theil 2: Von den Vögeln (2)

in die Geſchichte der Vögel. 13 
leſen der Saatförner gebauet, und die Tauben, Einlet- 
Lerchen , Stahren , Amſeln, Finken, Zeißchen / ja tung. 
faſt alle ſingende Vögel können ſich ihres Scna- 
bels gleich einer Beißzange bedienen , um die Saat- 
förner zu zerquetſchen / und die Schalen herunter zu 
thun. 
Daß die vierfüßigen Thiere eine nikende Haut 
(membrana miäitans) der Augen haben , iſt indem 
erſten Theile angezeiget worden, und es iſt bekannt, 
daß dieſe Haut ihnen diene , die Augen vom Staub 
und dergleichen, immer rein zu halten 3 wohingegen 
wir Menſchen mit Händen und Fingern verſchen ſindy 
die Augen auszuwiſchen. Bey den Vögeln aber iſt dies- 
ſe Haut merkwürdiger , und gereicht ihnen gleichſam 
zu einem Wiſchlappen , um die aus den Thränendrüs- 
ſen häufig herzudringende Feuchtigkeit , von den Au- 
gen wegzuwiſchen , oder auc) dieſelbe als mit einem 
Vorhanz zu verde>en und zu bewahren: Dieſe Haut 
iſt ſehr dünne , und befſtehet in einem ſehr feinen weiße 
lichten Gewebe , welches halbmondförmig iſt, und 
zuweilen ganz vor die Augen herunter gezogen wird, 
wie man täglih an Hühnern und Tauben ſchen 
ann. 
Dieſe Haut ſikt nämlic< mit dem einen Ende 
an dem ohern Theile des Augapfels unbeweglich fe- 
ſte , mit dem untern Theil aber hänget ſie frey , um 
vermittelt einer fadenförmigen Senne gleich einem 
Worhang aufgezogen und niedergelaſſen zu werden. 
Um fich hievon einen Begrif zu machen , hat man 
zu erwegen : daß hinter dem Augapfel zwey Muskeln 
liegen , davon ſich der ſtärkſte oben und der ſchwäche 
ſte unten befindet, Der letzterwehnte Muskel lauft 
zu den Geſichtsnerven , und giebt eine runde feine 
Senne ab , welche gleichſam durch eine Scheibe , die 
zur andern und 'obern Muskel gehöret , hinläuft 3 
denn der obere Muskel , welcher über dem Augapfel 
Es 
Nicken- 
deHauf,
	        

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