Full text: Spiegel, das Kätzchen

NT NNN Ee gezinbeig fifth bie ki en 
Und wenn ſie nur halbwegs was taugt, ſo iſt eine gute Haus- 
frau etwa weiß am Leibe, ſorgſältig im Sinne, zutuli< von 
Sitten, treu von Herzen, ſparſam im Verwalten, aber ver- 
ſ<wenderiſ<H in der Pflege ihres Mannes, kurzweilig in Worten 
und angenehm in ihren Taten, einſ<meichelnd in ihren Hand- 
lungen! Sie küßt den Mann mit ihrem Munde und ſtreichelt 
ihm den Bart, ſie umſchließt ihn mit ihren Armen und kraut 
ihm hinter den Ohren, wie er es wünſcht, kurz, ſie tut tauſend 
Dinge, die nicht zu verwerfen ſind. Sie hält ſic ihm ganz 
nah zu oder in beſcheidener Entfernung, je nach ſeiner Stim- 
mung, und wenn er ſeinen Geſchäften nachgeht, ſo ſtört ſie ihn 
nicht, ſondern verbreitet unterdeſſen ſein Lob in und außer dem 
Hauſe; denn ſie läßt nichts an ihn kommen und rühmt alles, 
was an ihm iſt! Aber das Anmutigſte iſt die wunderbare Be- 
ſchaffenheit ihres zarten leiblichen Daſeins, wel<hes die Natür 
ſo verſchieden gemacht hat von unſerm Weſen bei anſcheinender 
Menſc<enähnlichkeit, daß es ein fortwährendes Meerwunder in 
einer glüdhaften Ehe bewirkt und eigentli die allerdur<- 
triebenſte Hexerei in ſich birgt! Doh was ſ<waße ic< da wie 
ein Tor an der Schwelle des Todes! Wie wird ein weiſer 
Mann auf dergleichen Eitelkeiten ſein Augenmerk richten! 
Verzeiht, Herr Pineiß, und ſc<neidet mir den Kopf ab!“ 
Pineiß aber rief heftig: „So halt do< endlich inne, du 
Shwäßer! und ſage mir: Wo iſt eine ſolhe und hat ſie zehn- 
tauſend Goldgülden?“ 
„Zehntauſend Goldgülden?“ ſagte Spiegel. 
„Nun ja,“ rief Pineiß ungeduldig, „ſpraheſt du nicht 
eben erſt davon?“ 
„Nein,“ antwortete jener, „das iſt eine andere Sache! 
Die liegen vergraben an einem Orte!“ 
„Und was tun ſie da, wem gehören ſie?“ ſ<hrie Pineiß. 
„Niemand gehören ſie, das iſt eben meine Gewiſſens- 
bürde, denn ich hätte ſie unterbringen ſollen! Eigentlich ge- 

	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.