Full text: Spiegel, das Kätzchen

 
Blſi&e an. Eniſezzt ließ Pineiß den Leuchter fallen und lehnte 
ſich zitternd an die Wand. Er hing die Zunge heraus und ſein 
Geſicht war ſo fahl und ſpizig geworden, wie das der Beghine. 
Dieſe aber ſtand auf, näherte ſic) ihm und irieb ihn vor ſich her 
in die Hohzeitkammer, wo ſie mit hölliſ<en Künſten ihn auf eine 
Folter ſpannte, wie nod kein Sterbliher erlebt. So war er 
nun mit der Alten unauflösli< vereheliht, und in der Stadi 
hieß es, als es ru<bar wurde: Ei ſeht, wie ſtille Waſſer tief ſind! 
Wer hätte gedacht, daß die fromme Beghine und der Herr Stadi- 
hexenmeiſter ſim nod heiraten würden! Nun, es iſt ein ehrbares 
und re<htlihes Baar, wenn aud) nicht ſehr liebenswürdig! 
Herr Pineiß aber führte von nun an ein erbärmliches Leben; 
ſeine Gattin hatte ſich ſogleich in den Beſitz aller ſeiner Geheimniſſe 
geſetzt und beherrſchte ihn vollſtändig. Es war ihm nicht die geringſte 
Freiheit und Erholung geſtattet, ex mußte hexen vom Morgen bis 
Abend, was das Zeug halten wollte, und wenn Spiegel vorüberging 
und esſah, ſagte erfreundlich: „Immerfleißig, fleißig, Herr Pineiß?* 
Seit dieſer Zeit ſagt man zu Seldwyla: Er hat der Kaße 
den Shmer abgekauft! beſonders wenn einer eine böſe und 
widerwärtige Frau erhandelt hat. 

	        

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