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Weſſenberg--Wichern. 351
eigenen Denkſchrift an den Bundestag
auf ſeine Seite trat. Er hatte ſich
freilich dadurch, daß er auf dem
Wiener Rongreß für die Herſtellung
einer deutſchen Nationalkirche wirkte,
den Ultramontanen äußerſt verdächtig
gemacht. Nachdem das Bistum
Konſtanz infolge Bildung der ober-
rheiniſchen Kirchenprovinz aufgelöſt
war, wirkte W. fortan als Abge-
ordneter in der badiſchen Erſten
Kammer, als Schriftſteller und
Wohltäter der Urmen und der Schu-
len, wie als Gönner aufſtrebender
Künſtler in Ronſtanz, machte große
Neiſen nach Jtalien, Spanien, Frank-
reich, Belgien und Holland und
ſtarb in Konſtanz 9. Auguſt 1860.
Weygoldt Georg Peter,
EIT: ; Oberſchulrat in Karls-
ruhe, geb. 18. Auguſt 1844 in
Lüßelſachſen, beſuchte die Yolksſchule
ſeines Heimatsortes, 1861 bis 1863
das evangeliſche Schullehrerſeminar
in Rarlsruhe und war dann an
vier Orten als VYDolksſchullehrer
tätig. Während der AusSübung
dieſes Berufes erwarb er ſich durch
angeſtrengteſte Nachtarbeit innerhalb
zweier Jahre die Gymnaſialkennt-
niſſe, ſtudierte 1866-1870 an der
Univerſität Heidelberg Theologie,
Philologie und Philojophie, wurde
1872 Vorſtand der höheren Bürger-
ſchule in Weinheim, 1878 KRreis-
ſchulrat in Lörrach, 1889 Rreis-
ſchulrat in Rarlsruhe, 1894 Miit-
alied des großherzoglichen Ober-
ſchulrats, in welcher Stellung er
auf allen Gebieten des Schulweſens,
Gymnaſien ausgenommen, tätig iſt.
Seine Kraft widmete er vor allem
der Umgeſtaltung und Hebung des
Georg Peter Weygoldt.
Fortbildungsſchulweſens. Jn ſeiner
Eigenſchaft als langjähriges Mit-
glied des badiſchen Landtages iſt er
für die Beſſerſtellung des Volks-
ſchullehrerſtandes mit Erfolg tätig
geweſen.
Wichern Johann Hein-
rich, Begründer und Leiter des
Rauhen Hauſes und der mit dieſem
NRettungshauſe verbundenen Brüder-
anſtalt, geb. 2t.. April - 1808 in
Hamburg als Sohn eines Notars
und vereidigten Translators, der
mühſam um ſeine Exiſtenz zu ringen
hatte und nach ſeinem Tode ſeine
Frau in dürftiger Lage hinterließ,
beſuchte das Johanneum und das
akademiſche Gymnaſium daſelbſt,
ſtudierte 1828 bis 1831 in Göttin-
gen und Berlin Theologie, über-
nahm 1832 in Hamburg die Lei-
tung einer Sonntagsfreiſchule für
arme Rinder und gründete 1. Mo-