derheiten der Iyrischen Gattung gewonnen. Ihr Verständnis für künstlerische
Bilder wurde weiterentwickelt. Sie verfügen über erste Einsichten in das Ver-
hältnis von Dichter und Sprecher im Gedicht (Iyrisches Subjekt). An einigen
Werken der dramatischen Kunst wurde das Verständnis für den Aufbau und
die Gestaltung der dramatischen Handlung weiterentwickelt; die Schüler be-
sitzen erste Einsichten in die Dialog- und Figurengestaltung.
Im Umgang mit Werken der Epik, der Lyrik und der Dramatik wurden Vor-
stellungskraft, Phantasie und Ausdrucksvermögen der Schüler weiter ausge-
bildet. In Verbindung mit der Entwicklung der Rezeptionsfähigkeiten und
der für das Vorlesen, Sprechen und Darstellen literarischer Texte erforderli-
chen Fähigkeiten haben die Schüler geübt, sich über Gelesenes zusammen-
hängend mündlich und schriftlich zu äußern. Sie wurden dazu angehalten,
ihre Eindrücke wiederzugeben, zu wichtigen Textabschnitten ihre Meinung
zu äußern, überschaubare Textabschnitte unter Anleitung des Lehrers zu in-
terpretieren und sich um begründete Wertungen zu bemühen.
In den Klassen 5 und 6 wurde das Lesenkönnen systematisch ausgebildet
und dabei die Lesefertigkeit zielgerichtet vervollkommnet. Die Schüler wur-
den befähigt, die wachsenden Lektüreanforderungen immer besser zu erfül-
len. Sie sind daran gewöhnt, Bücher aus der Kinderbibliothek auszuleihen.
An der weiteren Ausprägung ihrer literarischen Interessen ist gearbeitet wor-
den. Sie sind gewöhnt, ihre Lese- und Kunsterlebnisse in den Unterricht ein-
zubringen.
In den Klassen 7 und 8 wird die Begegnung mit Werken aus Erbe und Ge-
genwart fortgesetzt.
Die Schüler lernen solch bedeutende Werke des frühen literarischen Erbes
wie das Nibelungenlied und das Epos um Cid in Neufassungen, Proben aus
der Dichtung Walthers von der Vogelweide und Hans, Sachs’, Volkslieder
und das Volksbuch vom Doktor Faust, Auszüge aus Cervantes’ „Don Qui-
jote“ und Grimmelshausens Buch „Der abenteuerliche Simplicissimus“ ken-
nen. Sie erfassen die in ihnen zum Ausdruck kommenden moralischen und
weltanschaulichen Haltungen in ihrer geschichtlichen Bestimmtheit und set-
zen sich mit ihnen auseinander.
Werke aus dem literarischen Erbe des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter
von Lessing, Goethe und Schiller, Kleist, Büchner, Heine und Weerth, Keller
oder Storm und Fontane oder Hauptmann, führen die Schüler an das Ver-
ständnis bürgerlich-humanistischer Ideale heran.
Wie schon bei der Begegnung mit dem frühen literarischen Erbe (Cid, Cer-
vantes) werden die Schüler im Zusammenhang mit der Behandlung von .
Werken der Nationalliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts auch mit bedeu-
tenden Autoren und Werken aus der Literatur anderer Völker bekannt ge-
macht, so mit Werken von Puschkin, Tschechow, Maupassant, Hugo, Mark
Twain und Edgar Allan Poe.
2 ‚Literaturunterricht Kl. 8