So können wir die frohe Bahn durdeilen,
Weil ſchon das hohe Siel uns lacht,
Und der Beſtimmung Sporn, ein Feind von trägem Weilen,
Uns froh und emſig macht.
Hölderlin, Dankgedicht an die Lehrer.
Die Führung im Unterricht.
Don Peter Peterſen.
L
Die Wendung zu einer „Pädagogik (verdeutſ bedeutet u. a. den Weg vom „erteilten“ Ulaſſenunterricht zum „geleiteten“ Unterrichts»
leben. Aus dem Hörblo> (Scheibner), aus der in. Front vorgeführten Klaſſe wird eine
Schülerſchar, die in ehter Mannſc geſezten Aufgaben macht. Damit haben ſich die Haltung und der Aufgabenkreis des Leh-
rers, ſein Anteil, ſeine Einordnung in die Schularbeit von Grund auf geändert.
Fortgeſezt wird es erlebt, wie ſic Cehrer, Schulräte eine ſtärke Erregung bemäd-
tigt, wenn ſie Schüler na< dem „gruppenunterrichtlichen Verfahren)" bis zu 100 Mi-
nuten tätig, an ihren Aufgaben fleißig arbeiten ſehen müſſen. „So etwas gibt -es nicht
einmal in der Theorie“, herrſchte ein älterer Schulrat im nördlichen Deutſchland jüngſt
eine Junglehrerin an, als ſie ihm zumutete, mitzuerleben, wie ſie ſich unter den dreißig
und mehr arbeitenden Schülern hin und her bewegte, wie ſie, in deem Falle alſo, einen
Gruppenunterricht leitete. |
Warum eigentlich dieſe Erregung? Wein Sdqüler tätig find, an wertvollen, zur
Schularbeit gehörenden Stoffen tätig ſind, iſt denn da nicht alles in beſter, ja in aus-
gezeichneter Ordnung? Was will man denn eigentlic) mehr ? Nad einer alten Anſicht iſt
eben nicht alles in guter Ordnung, wohl aber wenn eine Schülerſhar vom Lehrer in
genugſam bekannter Weiſe methodiſch bearbeitet wird und nun nachher das Gelernte
niederſchreiben, ausrehnen, auswendig lernen u. dgl. muß. Dabei muß es laut zugehen;
es muß Bewegung in der Klaſſe ſein und lebhafte Teilnahme, bekundet dur. fÜchtiges
Singerzeigen, Sihmelden und Ankommenwollen.: -
Die Sührung im Unterricht ſezt voraus, daß die von der Gruppe, kurz, von der
Schule zu leiſtende Arbeit auf der Tätigkeit der Schüler ruht, von dieſer ernſtlich
getragen wird. Wir erhalten ja doh ein Kind im ſiebenten Lebensjahre, das den Trieb
zur Tätigkeit, zum Lernen, zur Geſelligkeit, zur Gemeinſchaft beſißt. Darum iſt alle
Unterrichtsführung vom erſten Schultage an beſtrebt, dieſe ſtarken natürlichen Kräfte
des Kindes zu erhalten, ſie zu ſtärken und zu verfeinern, damit von- ihnen die Schularbeit
getragen werden kann.
Das geht allerdings niht ohne eine gründliche Änderung des planes der Schularbeit;
denn nun wird gefordert, die Schüler die Shulwo gegeneinander wohlabgewogenen Arbeitslagen, in lebensvollen, lebenze ten miteinander arbeiten und zuſammenleben zu laſſen. „Stunden“ hören auf, dafür die
1) Dgl. „Die Deutſche Schule“, 1935, S. 393--403: „Gruppenarbeit nach dem Jena- Plan.“
Deutſche Schule. XLI. 1. 1

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