Full text: Die Mittelschule - 51.1937 (51)

15. Dezember 1537 
Buch iſt hervorgegangen aus der kleinen Kampfſchrift unter dem 
gleichen Titel, die 1933 erſchien und den Weg wies. Damals 
mußte ſich Langenbucher erſt deutlich machen, ſich mit der üblichen 
Meinung auseinanderſeßen und den Begriſf „volkhafte Dih- 
tung“ deuten. Seine Auffaſſung hat ſi< durchgeſetzt. Es iſt die 
Auffaſſung, die Hans Grimm im „Vo ! 
darſtellte und in ſeiner Schrift vom Scriſtſteller und ſeiner 
Zeit allen mit harten Säßen ins Bewußtſein hämmerte: Was 
dem Volke dient, was aus Jeinem Leben5raum und ſeiner Lebens- 
art und -haltung herausgewachſen iſt. Nur dieſe Dichter treffen 
ſich in dem Werke Langenbuchers. Es iſt bezeichnend, daß er 
den erſten, theoretiſ<en Abſchnitt des Buches mit Paul Ernſt 
abſchließt und dieſen Mann damit an den Anfang unſerer Zeit 
ſtellt. In zehn umfangreichen Kapiteln bringt dann Langen- 
bucher die Rieſenzahl der Dichter unter, die uns eiwas zu 
ſagen haben. Nur einige weſentlihe Abſchnitte können genannt - 
werden: Der deutſ<he Menſc< -- Volk an der Arbeit -- Land- 
ſchaft und Stammestum als völkiſcher Lebensgrund -- Der ge- 
I<hichtlihe Werdegang des deutſchen Volkes -- der Weltkrieg 
als Volksſc<hiäſal -- Die große Wende im Leben des deutſc<en 
Volkes. Langenbucher will in ſeinem Werk weniger Kritiker 
als Führer ſein, Führer für jeden, der zur volkhaften Dichtung 
der Deutſchen finden will. Dieſe Aufgabe erfüllt das Buch, das . 
ſ<li<ht geſc<hrieben iſt, ganz ausgezeichnet. 
. „Wir glauben!“ Junge Dichtung der Gegenwart. Heraus- 
gegeben von Max Wegner. (Georg TruFenmüller, Verlag, 
Stuttgart. 1937. 126 Seiten. Preis geb. 2 RM.) In dieſer 
Sammlung ſind in der Hauptſache die allerjüngſten Dichter ver- 
treten. Von Böhme, Möller, Menzel, Oppenberg u. a. bringt jie 
nur wenig. Der Herausgeber ordnete die Verſe nac< inhaltlichen 
Gruppen. Es gibt ſicher beſſere Ausleſen der jüngſten Lyrik; 
denn troß der vielen neuen Namen fehlt die Vielſtimmigkeit 
des Geſanges, die vorhanden ſein müßte, wenn auc< das 
Grunderlebnis ſtets dasſelbe iſt. Vorteilhaft treten die Verſe 
von Oppenberg in den Vordergrund. Die Schöpfung, die Heimat, 
das Volk, die Arbeit und Das ewige Reic< ſind die wichtigſten 
Gruppen der Auswahl. V. 
Wäſ<a-kwonneſin/Graueule: „Männer der 
Grenze.“ Mit 16 Bildtafeln und Handzeichnungen des Verfaſſers. 
(Fran>h'iche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. 228-Seiten. Preis 
in Leinen 6 RM.) Ein merkwürdiges Buc< in mehrfacher 
Hinſicht. Nicht etwa deshalb, weil es etwas Ausländiſches iſt. 
Hier dichtet die Wirklichkeit, und ein Indianer hat die Worte 
geſ<hrieben. Was er erzählt, iſt ungewöhnlich in den Ereigniſſen 
und den Wenſchen, ungewöhnlich auc< in den Schilderungen der 
Landſchaft. Mit den Männern der Grenze ſind Pelztierjäger und 
Fallenſteller gemeint, Menſchen im Schweigen der großen 
Wälder hinter der Grenze der Ziviliſation im nördlichen 
Kanada. Es ſind Männer, die hart wurden auf den einſamen 
Pfaden, in eiſigen Sc<hneeſtürmen, wortkarg in der Wildnis der 
Wälder. In bannender Anſchaulichkeit, aber immer eigentümlich 
ſhlicht, erzählt Graueule vom herrlichen Walde, von den Tieren, 
vom kurzen Sommer und harten Winter, von erſcchre>enden 
Waldbränden und vom ſterbenden Indianer, von manderlei 
Dingen, die bald unwiederbringlich verloren ſind. Denn unſer 
„Geſchlecht ſieht die lezten freien Trapper, einen ausſterbenden 
Menſ<enſ<lag: .. Die Ziviliſation rüät unaufhaltſam vor, und 
bald wird die Wildnis der Vergangenheit angehören.“ Ein 
merkwürdiges und na<hdentliches Buch. V. 
- Eric<g Wuſtmann, „Jagdabenteuer im Eismeer“. Mit 
Vhotos. (Halbl. 2,40 RM. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart.) 
In dem mit guten Photos ausgeſtatteten Buche erzählt der Ver- 
faſſer in für unſere 10- bis 15jährigen Knaben und Mädchen 
an|Haulicher und feſſelnder Weiſe, wie hart und ſ<hön das Leben 
der Männer iſt, die am Eismeer aufgewachſen und ſchon in der 
Jugend .auf Fahrten in ſtürmiſher See und zwiſc<en Treibeis 
nac< dem hohen Norden gefahren ſind. Es iſt heldiſ<her Geiſt, 
der ſie hinaustreibt, und an der ſich unſere Jugend begeiſtert. S. 
Hans Gäfgen, „Blücher“. Mit Bildern von G. Ulrich. 
(K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. 80 Seiten. Preis ged. 
1,66 RM.) Gäfgen erzählt das Leben des Feldmarſ<alls von - 
der Jugend in Roſto> bis zum Lebensabend. Dazwiſchen liegt 
ein Leben voll Taten im Dienſte des Volkes..' Der Verfaſſer 
ſchildert lebendig und jugendtümli<, die Höhepunkte ſind klar 
herausgeſtellt, es fehlt auc<h nicht an Humor, jo daß die Jugend 
ein feſſelndes Bild des großen Soldaten und gütigen Menſc<en 
erhält. Wir empfehlen das Buch für die Jugendbüchereien. V. 
. „Wohnungspflege der praktiſchen Hausfrau.“ Ein Handbuch 
für Saus und Sc<hule. Von Ottilie S< raß, Hauswirtſc<hafts- 
lehrerin (Berlin-Zehlendorf, Verlag Matthilde- Zimmer-Haus 
Die Mittelſchule 
lx ohne Raum“ dichteriſch. 
 
Nr. 44 / Seite 525 
GmbH. 155 Seiten. Kart. 2,70 RM,, geb. 3,20 RM.) Die prak- 
tiſche Anlage des Buches -- es geht von der Wohnung aus und 
ſtellt alle Arbeit in Beziehung zu dieſem eigenen Reiche der 
Frau --, die praktiſ<e Darſtellung der einzelnen Teile des 
Buches -- die laufenden Reinigungsarbeiten ſind 3. B. in 
Tabellenform gegeben -- verraten nicht nur die ſachltundige 
Herausgeberin, ſondern ſind auc< Gewähr dafür, daß das Buch 
eine willkommene Gabe für jede Hausfrau iſt. Au< ſür die 
hausmütterliche Klaſſe der Mittelſchule und ihre Hausſrauen- 
klaſſe bietet das Buch willkommenen Inhalt. Die Mitarbeit des 
Reichskuratoriums für Wirtſchaftlic<hkeit bürgt für ſeine unbe- 
dingt zeitgemäße Art. R. 
„Kiehnle Kochbuch für die einfache bürgerliche Küche.“ Von 
Hermine Kiehnle. (Stuttgart, Walter Häde>e Verlag. 315 S. 
Leinenband 4,50 RM.) Das Bud iſt eine vollſtändige Neu- 
bearbeitung und Erweiterung des „kleinen“ Kiehnle Koc<hbuces. 
Es enthält nicht weniger als 1163 Rezepte, darunter auch ſjol<e 
für Eintopfgericht, für vegetariſche Lebensweiſe, Rohkoſt, für die 
Krankenſtube, Sc<hnellgerichte uſw. Sämtliche Rezepte ſind in 
kurzer, aber vollſtändig ausreichender Weiſe mitgeteilt, daß 
Fehlgriffe ausgeſc<hloſſen ſind. Die Brauchbarkeit der Bücer 
wird durc< die zahlreichen Bilder auf Kunſtdru&taſeln und im 
Text weſentli<ß erhöht. Im Anhang werden die eßbaren Pilze 
beſchrieben -- eine Kunſtdructaſel eßbarer Pilze unterſtüßt die 
Beſchreibung =, es werden Anweiſungen über das Tijc<deden, 
über die notwendigen Tiſchbeſte>e, die Tiſc<gläſer, über die Rein- 
haltung der Küche und mance andere praktiſche Anweiſung ge- 
geben. Das Buch iſt ein guter. Berater jeder ſparſamen Dausfrau 
„Auf guter Fahrt.“ Ein Jahrbuch für unſere Jungen. Dritte 
Folge. (München, Verlag Köſel-Puſtet. Lexikonſormat. 384 S. 
In Leinen 6 RM.) Der Inhalt gliedert ſich in folgende Ab- 
ſ<nitte: Erzählungen und Abenteuer; Heimat und FFerne, 
Lebenskunde; Natur und Technik; Phyſik und Chemie; Wehr- 
macht und Weltkrieg; Sport und Spiel; Humor und Denkſport; 
Dies und Jenes. Aus dieſen Gebieten wird das unſeren reiſeren 
Jungen geboten, was ſie nicht nur feſſelt, wofür ſie nic<t nur 
mit Feuer und Flamme bei der Sache ſind, jondern auch, was 
für ihre Bildung von Nuten iſt. Naturgemäß iſt der Abſchnitt 
„Erzählungen und Abenteuer“ der umfangreichſte Teil des 
Buches. Ein Jungenbuh ſoll dur< ſeine Abbildungen den Leſer 
erfreuen: Das vorliegende enthält ſe<s farbige Taſeln und 
mehr als 250 Photographien und Zeichnungen. Zu dem Aufſat 
„Plaſtiſ<hes Sehen“ iſt ein Bauplan für einen Stereoſkop-Apparat 
„beigegeben; außerdem iſt ein Leiſtungswettbewerb im Buche 
Sd). 
„Ein Buch von der neuen Kriegsmarine.“ Herausgegeben 
von Korvettenkapitän Alfred Wolf. (175 Seiten. Gr.-Oktav. 
Mit zahlreichen Bildern. In Leinen gebund. 4,80 RM. Fran>h'- 
ſ<e Verlagshandlung, Stuttgart.) Jnhaltsverzeihnis: Die 
Pflichten des deutſhen Soldaten; Die deutſche Kriegsmarine; 
Der Dienſt in der Kriegsmarine; Di>e Sciſfe, |<hnelle Kreuzer 
und die ſ<warze Kunſt; U-Boots-Fahrer ; Enter auf!; Kampf 
der Maſchinen; Die Welt iſt rund; Mit Karte und Zirkel; Gute 
Fiſ<herei!; Seemann und Sport; Die Gliederung der Kriegs- 
marine; Dienſtgrade und Abzeichen; Die Schiffe der deutichen 
Kriegsmarine; Aus dem Seemannsalphabet. So bietet das 
prachtvolle Buch ein Geſamtbild von den Aufgaben und dem - 
Leben unſerer Kriegsmarine. Der Herausgeber -- ſelbſt ein 
ausgeſc<hrieben, der beachtenswerte Preije verſpricht. 
: Fachmann -- hat zu ſeinen Mitarbeitern lauter Marineofſfiziere 
herangezogen, die nicht nur auf Grund eigenen Erlebens und ge- 
naueſter Kenntnis die einzelnen Abſc<hnitte bearbeitet, ſondern 
ihren Darſtellungen auh den ſoldatiſchen Reiz mitgegeben haben, 
für den unſere Jungen immer empfänglich ſind, mag es ſich um 
das Heer oder die Marine handeln. Für die reiche Bebilderung 
des Buches wurden die neueſten und beſonders intereſſante Auſ- 
nahmen aus dem Archiv des Reichstriegsminiſteriums zur Ver- 
fügung geſtellt. Wer ſeinem Jungen eine Freude bereiten will, 
der ſchenke ihm dieſes gute Buch. R. 
„Der Neue Brockhaus.“ Allbuch in vier Bänden und einem 
Atlas. Von dieſem .im Verlage von F. A. Bro>haus in Leip-. 
zig erſ<heinenden Werke liegt der Atlasband vor. (In Ganz- 
leinen 20 RM., in Halbleder 24 RM. Für die Bezieher des ge- 
ſamten Werkes bis zur Aufhebung des ermäßigten Vorbeſtell- 
preiſes in Ganzleinen 18 RM., in Halbleder 22 RM.) An dieſem 
Atlas fällt zunächſt das handliche Format -- entſprechend den 
übrigen Bänden des Werkes das Lexikon-Format -=- auf, dur< 
das dieſer Band gleichmäßig neben den übrigen ſteht. Dieſes 
Format hat die kartographiſchen Darſtellungen keineswegs ein- 
geengt und zu einem ungünſtigen Maßſtab der Karten gezwungen. 
So haben viele Karten der Hauptreiſegebiete den Maßſtab
	        

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