Full text: Die Mittelschule - 51.1937 (51)

22. Dezember 1937 
Herausgebern zuſammengeſtellt von Heinrich Martens. (Ver- 
lag Carl Meyer | Guſtav Prior], Hannover. 1. Beiheſt 40 Seiten, 
-1,10RM. 2. Beiheft 32 Seiten, 0,90 RM.) Die Vielheit kleiner 
- Sammlungen -für Inſtrumentenſpiel in der Schule ſteht der An- 
ſchaffung oft hindernd im Wege. Hier bietet ſich -- ähnlich der 
Iödeſchen Sammlung „Der Spielmann“ = eine glüFliche Arbeit, 
die für Flöten, Geigen und andere Inſtrumente eine Fülle von 
Schönheiten gibt. Alte und neue Meiſter ſind vertreten. Wo in 
der Schule auf Inſtrumenten muſiziert wird, darf dieſes Werk 
nicht fehlen; denn es erſezt manche Einzelausgabe. Sdholl. 
- Heinrih Münz: Kleine Kantate über das Weihnachts- 
lied „Vom Himmel hoc<, o Englein kommt“, für Singſtimmen, 
Blod>flöten und Geigen. Verlag Vieweg, Berlin-Lichterfelde. 
(Partitur 30 Pfg.) In der Weihnac<htsmuſik der Schule kann - 
dieſe Kantate einen guten Plaßz einnehmen. Der wirkungsvoll 
gearbeitete Saß wird zum Schluß immer mädtiger und breit 
ausladend. Die Ausführung iſt für die oberen Klaſſen leicht 
durchführbar. | . - Sh4Holl. 
„Luſtiges Volk.“ Ein heiteres Geſchi<htenbu<. Herausge- 
geben von Johannes Banzhaf. Mit 25 Zeichnungen von Friß 
Koc<h-Gotha. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. 286 Seiten. 
Preis geb. in Leinen 2,85 RM.) Ein empfehlenswertes Buch für 
jeden, der ſih nac< der Arbeit des Tages einmal eine fröh- 
liche Stunde verſchaffen will. Der deutſ<e Humor iſt weit 
mehr als Wißelei: er geht den Dingen immer auf den Grund 
und hat ſtets eine feine Wahrheit hinter aller Narrheit. Alte 
und neue Meiſter des Lachens treffen ſih hier: Reuter und 
Roſegger, Gillhoff und Kopiſ<, Ludwig Thoma, Schönherr, 
Steguweit, Veſper und Frig Müller-Partenkirhen. Die treff- 
ſiheren Zeichnungen von Koc<h-Gotha runden das Ganze ab und 
madchen das Buch zu einer wirklihen Shaßkammer. - V. 
„Im Schatten des Helberges.“ Roman von Guſtav S Hr ser. 
- (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. -- 316 Seiten. Preis in 
Leinen 4,40 RM.) Schröer gehört nicht zu unſern großen Dichtern, 
aber er iſt ein lebendiger und feſſelnder Erzähler. Er verſteht 
Menſc<en und Zuſtände zu ſchildern, ſieht Spannungen und weiß 
daraus eine feſſelnde Handlung zu bilden. Dieſer Gegenſaß ver- 
körpert ſich hier in zwei Menſchen eines Dorfes, in dem Bauern 
und Ziegeleibeſiger Gruber und dem Gemeindeſchulzen. Sie füh- 
ren einen verbiſjenen Kampf um die Waſſerleitung, die das Dorf 
Reuth unbedingt braucht, und in dieſen Kampf wird das Dorf 
hineingezogen. Gruber jiegt gegen Unentſc<loſſenheit und Selbſt- 
ſucht und erreicht jein Ziel, obgleich er auc< jonſt an einem 
harten Sc<hidfal trägt. S<röer iſt .niht mehr jung, aber ſeine 
Erzählerkraft iſt no< außerordentlic< friſ<. Das beweiſt der 
Roman, deſſen Spännung bis zur lezten Seite dur<hält. Ein 
rechtes Volksbuc. - > V. 
„Bölkiſc<e Muſikerziehung.“ Monatsſchrift für das geſamie 
deutſc<e Muſikerziehungsweſen. Fachblatt für die Muſikerzieher 
im NSLB. (Litolfſs Verlag.) Fragen des Werkſingens, abſeits - 
- der Arbeit der Geſangvereine, durchgeführt von der Arbeits- 
front, behandelt K. Riebe (Muſikerziehung am Arbeiter) im 
Oktoberheft. Was hier als. Weg und Ziel angedeutet iſt, läßt 
eine neue Muſikpflege auf ungeahnt breiter Grundlage ahnen. 
Doc<h gehört viel Glaube und wenig böſe Erfahrung dazu, um 
[ch zu allem zu bekennen, was der Verfaſſer ſchreibt. -- In 
ieſem Heft wird manchen Berufskameraden die neue Orga- 
niſtenprüfung intereſſieren. Das Novemberheft bringt für 
Muſikgeſchic<tsbetrac<htungen Aufſäe über Glu (H. Halbig) 
und Friedrich den Gr. (%. Walther). Die von der ReichsjugenD- 
führung durchgeführten Lehrgänge für Volks- und Jugend- 
muſikleiter (in den Organiſationen) dürften für viele jüngere 
Lehrer großes Intereſſe haben. Neben der Veröffentlichung der 
Prüfungsordnung wird hier der Aufſaß von Walter Rein be- 
ſondere Beachtung ſinden. Scholl! 
Emilie Za dow, „Heimkehr na<ß Deutſchland“. Eine Er- 
zählung. (Oskar Günther-Verlag, Dresden. 128 Seiten mit 
6 Abbildungen. Preis 2,60 RM.) Die Verfaſſerin berichtet die 
Geſchichte eines Mannes, der na<h erfolgreicher Arbeit im Aus- 
lande in ſeine Vaterſtadt Nürnberg zurückkehrt und die ſ<were 
Nachkriegszeit erlebt. Hinter allem Elend aber erkennt er den 
Willen zum Aufbau, er nimmt teil an den Kämpfen und Sorgen 
um Heimat und Volk und wirkt ſo am Wiederaufbau mit. Das 
alte Nürnberg gibt der kleinen Erzählung einen würdigen 
Rahmen. V. . 
Prof. Dr. Bolko Freiherr von Richthofen, „Die Vor- 
und Frühgeſchi<tsſorſchung im neuen Deutſchland“. (Schriftenreihe 
„Die neue Hochſchule“, Heft2. Junker & Dünnhaupt Verlag Berlin- 
'Steglig. 80 S. 2,80 RM.) Von Richthofens Scrift iſt die erſte 
zuſammenfaſſende Darſtellung der Vor- und Frühgeſchic<hte, ihrer 
ufgaben und Arbeitswege in Forſchung, Lehre und Erziehung 
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Die Mittelſchule 
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Nr. 45 | Seite 533 
als einer völkiſchen und volksnahen Wiſſenſ<haft im neuen 
Deutſchland. Sie iſt keineswegs allein für den Fac<hvorgeſchichtler 
von Bedeutung. Für den deutſchen Erzieher iſt ſie ebenſo un- 
entbehrlich; denn das iſt gerade die beſondere Stärke dieſes 
Buches, daß es neben ven Fragen der Denkmalspflege, der 
Muſeumskunde und den Aufgaben der Vorgeſchihte an der 
Hochſchule die engen und vielgeſtaltigen Beziehungen diejes 
Faches zu anderen Wiſſenſchaftsgebieten an Hand der neuſten 
und grundlegenden' Bücher und Veröffentlihungen darſtellt 
(Raſſenkunde, Volkskunde, Völkerkunde, Sprachſorihung, Reli- 
gionswillenſdaf, Zoologie, Chemie, Kunſt, irtſchafts- und 
ehtsgeſchi<hte uſw.) Ein bei aller Kürze inhaltreiches, vortreff- 
liches Buch, das zudem no< in fremdwortfreiem Deutjc< ge- 
ſchrieben iſt. | Hans Lucas. 
 
Aufnahme vom Standbild der deutſchen Mutter. Vom Stand-- 
bild der deutſhen Mutter in der Weihehalle des Hauſes der 
Deutſchen Erziehung ſind zwei verſchiedene Aufnahmen erſchienen; 
a) Bli> in die Weihehalle mit dem Standbild im Hintergrund, 
b) Das Standbild ſelbſt. 
Von beiden Bildern bringt der Deutſ<e Volksverlag, 
Müncen, Vergrößerungen im Format 45X60 cm heraus. Jede 
Vergrößerung (Brudmann-Drude) koſtet 4 RM. Beſtellungen 
ſind unmittelbar beim Deutſchen Volksverlag aufzugeben. 
Sörenſen, Rektor, „Volksgut im Zeichenunterricht“. Neu- 
land in der deutſ<hen Sc<ule, Heft 5. (Leipzig 1937. Julius Klink- 
hardt, Verlagsbuc<hhandlung. 52 S., geh. 1,60 RM.) Die vorliegende 
Schrift hebt ſich von mandhen ähnlichen Nieder|<lägen perſön- 
peter Erfahrungen aus der Kunſterziehungsarbeit ſehr vorteil- 
haſt ab. Das Buch erſc<öpft ſich nicht in einer bloßen Aufſ- 
zählung alles deſſen, was ſi< im Zeichenunterric<t an Stoffen, 
Materialien und Techniken -arbeiten läßt, jondern es kommt 
dem Verfaſſer darauf an, Richtung und Ziel ſeiner Arbeit zu 
kennzeichnen und damit allen denen ein Wegweiſer zu jein, die 
im Zeichenunterricht vieles probieren, ohne das ſichere Gefühl 
zu haben, auf dem rechten Wege zu ſein. Hier ſpricht ein 
Mann zu uns, der auc< wirkli<ß etwas zu ſagen hat und der 
genau weiß, was er will. Das Buch iſt vornehmlich für die 
Volksſ<hularbeit geda<Ht und ſehr zu empfehlen. | 
| Streleßti. 
Dr. Ferdinand Menß, „Deutſ<he Ortsnamenkunde“. 
Deutſchkundlihe Bücherei. (80 Seiten; Preis 0,75 RM. Quelle 
& Meyer, Leipzig.) Die Obereinteilung des Bänd<ens iſt, 
ſeinem Hauptzwede entſprechend, nac< ſprachlichen Geſichts»
	        

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