Full text: Das Jahr in deutschen Land-Erziehungsheimen - 14.1912 (14)

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Rom, 26, 1, 11, 
Mein Sehnlichzter Wunsch wäre es, Sie inmitten Ihrer Arbeit aufzuzuchen. 
Aber, meine Pflicht ist hier, wo die Dottoressza Montessori in andrer Art in der 
Erziehung neue Bahnen öffnet. Wenn ich glaubte, daß Sie ihr letztes Werk 
»Anthropologia paedagogicae« auf Italienisch verstehen könnten, würde ich es Ihnen 
SO gern Schicken. Anztatt, wie bisher die Anthropologie als tote »Knochen«- 
wissenschaft rein morphologisch zu behandeln, Sieht zie von jeder Form die Nuß- 
anwendung für Leben und Erziehung und liefert Somit der Pädagogik wertvolle 
und praktische Hilfe. 
Vereinigte Privatkliniken Jena, 22. 4. 11. 
Ich mußte meine Oxterreisze nach Spanien aufgeben und hierherkommen, 
da ich zeit einem Influenzaanfall im Februar nicht wieder zu Kräften kommen 
konnte. Nach Auszsage der hiesigen Ärzte Sind die Lungen angegriffen, und ich 
muß mich einer langen Liegeluftkur unterwerfen. Da jedes Ding auch Seine gute 
Seite hat, finde ich mich wenigstens in Ihrer Nähe, und es regt Sich die Hoffnung, 
Ihrer Pfingstfeier beiwohnen zu können, 
Vereinigte Privatkliniken Jena, 30. 4. 11. 
Ich kann Ihnen ja gar nicht Sagen, wie Sehr es mich in die LLE, H. 
zieht. Und Sobald ich wieder ganz fieberfrei bin, hoffe ich, man gönnt mir dies 
als Bestes aller Erholungskuren. Wie Sehr mir Ihr Schüler Sofort beim ersten 
Zuzammensein gefallen, Schrieb ich ebenfalls in der nach Haubinda gerichteten 
Karte. In dem fühlt man Sofort den reinen, lichten Sinn des heutigen »Ritters 
vom Geist«. Möge er Ihnen noch manche Freude und höchste Genugtuung 
bringen? - (In welchem Heim wollen Sie denn Ihr glückliches Pfingstfext feiern ?) 
Vereinigte Privatkliniken Jena, 22. 5. i1l. 
Es geht mir, Seit meinem Hierzein nicht besser, aber Sehr allmählich 
Schlechter. Zu Ihnen werde ich Sicher nicht mehr kommen dürfen. Aber um So 
mehr verlangt es mich, Sie noch einmal zu Sprechen, von Ihnen zu hören, wie 
es um die Stiftung, Ihre eigene Zukunft usw. Steht. - 
Vereinigte Privatkliniken Jena, 24. 5. 11. 
Was die Stiftung usw. anbelangt, So bin ich voll Sympathie und Be- 
wunderung. Wenn Sie doch nur mal den Kaiser in Ihre Heime führen könnten. 
D er würde Sie verstehen! Hätte ich in Deutschland, anstatt in Italien gelebt, es 
wäre vielleicht manches anders geworden. 
Vereinigte Privatkliniken lena, 24. 5. 11. 
Bei meiner Krankheit leidet man dagegen gar nicht physisch, und wenn die 
Seele ruhig ist, ist es eigentlich die idealste Art (egoistischer Weise??), allmählich 
Sich das Leben abzugewöhnen. Auch mag es bei der Pflege und absoluten Kuhe 
noch längere Zeit dauern, So daß ich Sie und Jutta Sehr gerne auch lange nach 
Pfingsten erwarten kann. 
Bad Weißenburg, Berner Oberland, 14. 6. 11. 
Die Reise hierher hat mich Sehr angegriffen, aber bei der Nöhenluft kann 
ich wieder exsen, und 'So verspricht man Sich eine allmähliche Besserung. Ich 
Selbst fühle meine Kraft gebrochen und würde daher den »Genius mit der ge- 
Senkten Fackel« ganz im Sinne der Griechen als Freund und Erlöxser begrüßen. 
Aber ich bin auch darauf gefaßt, daß es noch einige Zeit dauern kann. 
Buchdruckerei A. W. Zickfeldt, Osterwieck a. Harz.
	        

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