Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmäsgigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 5 
achten als Zweck des Instituts „Ergänzung des Unterrichts“, beziehungs- 
weise „Belehrung“ und „Unterhaltung“ bezeichnen. 
In Bezug auf die erstere ist man darüber einig, dass die Schüler- 
bibliotheken dazu dienen sollen, „das Gebäude innerlich auszubauen, desgen 
Gerügst, dessen Umſassungsmauern der Unterricht nur aufzuführen vermag“ 
(Landeshut), „das durch den Klassgenunterricht Gebotene durch häusliche 
Thätigkeit zu beleben, zu erweitern und zu ergänzen“ (Oels), „den Wisgens- 
kreis der Schüler über den beschränkten Schulunterricht hinaus zu er- 
weitern“ (Brieg Refſ.). 
Ob auch „Unterhaltung“ als Zweck der Schülerbibliothek zu betrachten 
Sei, darüber herrscht nicht völlige Einstimmigkeit. Abgegeben von denjenigen 
Gutachten, die wie, Glogau k., Guhrau, Liegnitz R. A. sich bezüglich der 
Zweckbestimmung eng an Ellendt*) anschliessen, wird die Frage mit Ent- 
Schiedenheit bejaht von Breslau Matth. G. und R. z. hb. G., Glatz, Gleiwitz, 
Jauer, Leobschütz Conf., Neisse G. und R. Corr., Neugtadt, Oels, Sagan, 
Sprottau, Tarnowitz, Waldenburg, Wohlau, am entschiedensten wohl von 
den Ref. von Brieg und Lauban. „Wollen wir Lehrer,“ fragt der letztere, 
„denen es eine heilige Pflicht ist, für gich gelbst und ihre Familie nach 
Schwerer Berufsarbeit eine angemesgene, erfrischende, auch erheiternde 
Unterhaltung zu Schaffen, diese Pflicht der Befriedigung eines allgemein 
empfundenen, berechtigten Bedürfnisges den Schülern gegenüber ablehnen 
und Sie den unbewachten, ausser ungerer Controle liegenden Einflüsgen 
Fremder überlassen?“ Mehrere Gutachten (z. B. Hirschberg) erklären 
Sich gegen „blosse, leere Unterhaltung“; andere bestimmen die Art der 
Unterhaltung näher durch Zugätze (Breslau R. a. Z., Liegnitz G.: „be- 
lehrende U.“, Kattowitz: „U., die geeignet ist, das Gefühl für das Gute 
und Schöne zu erwecken und auf den Willen veredelnd einzuwirken“ u. a.). 
Der Ref. von Görlitz: G. sSchliesst den Zweck der Unterhaltung gänz- 
lich aus; er 8agt, einergeits habe die Schule überhaupt für die Unterbaltung 
der Schüler nicht zu Sorgen; wenn gie dies thue, begebe gie den verhängniss- 
vollen Irrthum, ihren Wirkungskreis in das Gebiet der Familie auszudehnen; 
anderergeits geil eine Lectüre, die nur auf Unterhaltung abziele, eine schlechte, 
verderbliche Erholung. Diese Behauptungen dürften kaum allgemeine Zu- 
Stimmung finden. Die Sorge für die Unterhaltung der Schüler und die er- 
wähnte Ausdehnung des Wirkungskreises ist in vielen Fällen ohne Zweifel 
Pflicht der Schule. 
*) Ellendt gagt (Programm des Friedrichs-Colleginms zu Königsberg 1878 8. 3), der Zweck der Sch.-B. 
bestehe darin, „den Unterricht und die erziehende Thätigkeit der Schnle zu unterstülzen, den Schülern eine ange- 
nehme Untferhalfung zu gewähren und gie zugleich anzuregen und zu gewöhnen, eine geistige Befriedigung in häus- 
licher, ihre allgemeine Bildung fördernder Leclüre zu finden.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.