Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi u. jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung, -- Correferat. 95 
denen Anstalten Seinen Gegichtskreis erweitern kann. Ich stelle daher in 
einer These den Wechgsel der Angtalten nach Ablauf des ersten Jahres 
nicht als unumgänglich, aber doch als im allgemeinen Interesse wünsgchens- 
werth hin, wie er denn ja auch jetzt schon häufig erfolgt. 
ZeugnisSe der Directoren. 
Hat aber ein Candidat die zwei Jahre an verschiedenen Angtalten 
zugebracht, 80 erstatten auch die Directoren derselben unabhängig von ein- 
ander über ihn Bericht, nnd diese Berichte werden der zweiten Prüfung zu 
Grunde gelegt. 
Die zweite Prüfung. 
Diese würde in eine gchriftliche und mündliche zerfallen und gich 
- bezieben 1. auf geine praktische Thätigkeit, 2. auf geine Kenntniss der 
Schulgesetzgebung und Schulgesundheitslehre, 3. auf die 80genannte allgemeine 
Bildung, Soweit gie nicht durch das erste Examen als nachgewiegen erachtet 
wird. Erörtern wir diese 3 Punkte in umgekehrter Ordnung. 
Die „aligemeine Bildung“, 
Jeder Lehrer weiss, dass, nachdem er geine Studienzeit absolvirt und 
Jahre lang nichts von der Schule gehört, eine Menge der Kenntnisse, die 
er als Abiturient begessen, einem Gedächtnisse entschwunden gind; diege, 
wenn auch nicht in lückenloger Vollständigkeit, 80 doch in ihrem wegentlichen 
Zusammenhange wieder aufzufrischen und auf der Studirstube, ohne andere 
Nöthigung, als um ein leidiges Examen zu machen, allerhand Dinge prägent 
zu erhalten, die den Fachstudien gsehr fern liegen, ist eine unangenehme 
und daher von Prüflingen nicht zu oft mit Glück erfüllte Aufgabe. Die 
Nothwendigkeit davon wird dem Candidaten aber plötzlich klar, wenn er 
Sich auf seinen Unterricht vorbereiten soll, im Nu merkt er, was ihm 
fehlt, wie gein Schriftsteller, Sein Lehrbuch einen anderen Wisgenskreis be- 
rührt, und wie er gich mit ihm in Verbindung getzen muss. Er wird daher 
leichter und mit mehr Lust, weil aus mebr Nothwendigkeit, geine allgemeine 
Bildung wieder zu vervollständigen streben; wer dann zwei Jahre z. B. als 
Philologe an einer Schule gearbeitet hat und nicht in historicis einigermassen 
Sich zu orientiren gelernt haben gollte, müsste ein gehr träger und gelbst für 
Seim eigentliches Fach wenig brauchbarer Mensch ein. Und den Zweck 
kann die Prüfung auf allgemeine Bildung -- ein, beiläufig gesagt, unendlich 
Schwankender Begriff, den die Universgitätsprofessoren auch Sehr verschieden 
umgrenzen -- doch nur haben, festzustellen, ob der Candidat zich in den 
Tdeenkreigen, die Sich mit geiner Fachwissenschaft berühren, zurechtzufinden 
vermag, woraus denn wieder hervorgeht, dass ausser dem philogophischen 
Examen bei der ersten Prüfung keinem Lehrer das in Religion, Deutsch,
	        

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