Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi 1. jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. -- Correferat. 97 
Aufsätzen und Exercitien, über die Wirksamkeit von Extemporalien oder 
bei der Lectüre eines Schriftstellers gewonnen. Oder ein Mathematiker er- 
Stattet Bericht über die Beobachtungen, die er an Schülern bei der Lögung 
planimetrischer Aufgaben gemacht; er nennt einige dergelben, legt dar, wie 
er die Schüler zur Lögung geführt, welchen Irrthümern er hat begegnen 
MÜSSEN. 1. 8- W. Andere Aufgaben können dem Gebiete der Erziehung 
entnommen Sein, Zz. B. über die Wirkung von Vergetzung und Nichtver- 
Seztung auf verschiedene Charaktere, über die Erfahrungen, die der Candidat 
in Bezug auf die welbständigkeit der bäuglichen Arbeiten gemacht u. s. f. 
Ein golcher Bericht kann ohne unnütze Abschweifungen auf das Gebiet der 
Theorie, ohne unzeitige Kritik fremder Leistungen, schlicht, kurz und gach- 
gemäsgs gsehr wohl erstattet werden und von grosgem Nutzen 8o0wohl für die 
Prüfenden sein, welche daraus viele Schlüsse auf Begabung und Fleiss des 
Candidaten ziehen werden, als auch, und dies ist die Hauptgache, für den 
Candidaten selbst, der einmal genöthigt ist, was er gelbst vergucht und ge- 
leistet, zusammen zu fassgen und gsich klar zu machen. 
Probelection. 
Die Probelection würde als Ergänzung des schriftlichen Berichtes 
dienen; der Gegenstand derselben wäre nur aus dem Gebiete, das der Can- 
didat praktisch durchgearbeitet bat, zu entnehmen, auch mügste eine der 
Klasgenstufen, auf welcher der Candidat in diesgem Gegenstande gearbeitet 
hat, gewählt werden. Die Ausgicht auf eine golche Probelection, die von der 
früher gebräuchlichen ganz verschieden wäre, würde den Candidaten nöthigen, 
Sich stets Sorgfältig vorzubereiten und gsich den Gang geines Unterrichts 80- 
wohl vor als nach der Stunde deutlich zu vergegenwärtigen, kurz, an eine 
wohldurchdachte Ausübung des Lehramtes zu gewöhnen. 
Die CommisSSion für die zweite Prüfung. 
Wird die Schlussprüfung des Arztes, des Geistlichen, des Richters 
wesentlich durch Männer bestimmt, die in ihrem Berufe praktisch thätig 
waren oder gind, 80 muss auch die des Lehrers wegentlich in der Hand 
praktischer Schulmänner, Schulräthe und Directoren, liegen. Nur zur Er- 
gänzung würden für ihr Fach die Univerzitätsprofessoren hinzugezogen 
werden mügsen, die noch auf „allgemeime Bildung“ zu prüfen hätten. 
Die Frage, wo diese zweite Prüfung abzuhalten wäre, näher zu 
erörtern, ist unnöthig, 80 lange nicht die Nothwendigkeit einer zweiten 
Prüfung anerkannt ist. Vermuthlich aber würde gich, angenommenen Falls, 
weitaus die Mehrheit für den Sitz des Provinzial-Schulcolleginms, nicht aber, 
wie vereinzelte Stimmen wollen, für eine Central - Prüfungscommission in 
Berlin entscheiden; das Beispiel der Theologen und Mediziner, die ihre 
Schlegien, 7
	        

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