Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Veber die zweckmäggigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 105 
Es liegen nunmehr verschiedene Fassungen der Thegen vor; von 
dem Referenten, Correferenten, Wentzel, Sommerbrodt, Hasper 
und Beisert. 
Der Beigert'sche Antrag wird zurückgezogen; die These des Cor- 
referenten fällt (dafür 10 Stimmen), desgleichen die Fasgung von Wentzel 
(dafür 12 Stimmen), dagegen wird der Antrag Sommerbrodt mit grogsger 
Majorität angenommen. 
These 3. Es dürfen nur golche Werke in die Schülerbibliothek 
aufgenommen werden, die von einem Lehrer auf Grund 
e1lgener Lectüre als zweckmässig empfohlen gind. 
Da These 6 lautet: 
Die Auswahl der Bücher trifft der Director unter Mit- 
wirkung des Lehrercollegiums, 
80 weist der Vorgitzende auf den Zusammenhang beider hin. 
Während Eitner zu 3 den Zugatz wünscht: „im Allgemeinen“, be- 
merkt Friede, es genüge die Fassung: „welche als zweckmässig empfohlen 
Sind.“ Wentzel meint, es sei bedenklich, die Prüfung des Buches einem 
Lehrer zu überlassen, da das Urtheil häufig nach dem subjectiven Stand- 
punkt Sehr verschieden gsei, wie das der bekannte Spruch sage: pro captu - 
lectoris habent sua fata libelli. Es müssten demnach andere Wege bei der 
Prüfung eingeschlagen werden. Güthling gchliesst Sich dieser Angicht an, 
Rhode schlägt die Fassung: 
„auf Grund eigener Lectüre oder der Recengion eines anerkannt 
tüchtigen Pädagogen“ 
vor; Meyer bittet, die These in ihrer ersten Fassung beizubehalten, meint 
aber, dass der empfehlende Lehrer ja nicht nothwendig demselben Collegium 
anzugehören brauche. Korn warnt vor fremden Empfehlungen, er habe in 
dieser Beziehung schlechte Erfahrungen gemacht, auch Krüger verlangt 
gründliche eigne Lectüre, wenn nicht die Empfehlung einer anerkannten 
Autorität, wie z. B. KEllendt, vorliege, und wüngscht den Zugatz: es dürfen 
„in der Regel“ nur gsolche Werke aufgenommen werden etc. Deggleichen 
halten Steinvorth und Reisacker eigene Lectüre für nothwendig. 
Wenizel führt einen Fall an, in welchem auf Empfehlung eines 
Lebrers Beckers Charikles angeschafft wurde. Ein Vater, welcher das 
Capitel über die Hetären gelesen, habe gich darüber beschwert, dass 
man Schülern dergleichen Lectüre in die Hand gebe. Stechow macht 
darauf aufmerksam, dass das Lehrercollegium und der Director für die Zu- 
lässigkeit eines Buches einstehen mügsten. 
Nachdem Pritsche erklärt batte, es wäre nicht möglich, beispiels- 
weise Jedes grösgere Geschichts- und Sammelwerk genau zu prüfen, be-
	        

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