Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

106 Erste Sitzung. 
antragt Güthling These 3 zu streichen und Thege 6 folgender Massen 
zu ſfassen : 
„Die Auswahl der Bücher trifft der Director auf Grund eines 
eingehenden Referates geitens eines Mitgliedes des Lehrer- 
colleginms.“ 
Der Vorgsitzende fragt nun, ob These 3 mit Rücksicht auf Lr- 
gänzung durch These 6 gestrichen werden Solle, was bejaht wird. (Da- 
gegen 6 Stimmen.) 
Hierauf schlägt er, eingehend auf den Güthlingschen Antrag, folgende 
Fassung der These 6 vor: 
Die Auswabl der Bücher trifft der Director auf Grund 
eines Vortrages in der Lehrerconferenz. 
In dieser Form wird die These mit grosser Majorität angenommen. 
These 4. Angemessene Romane und Novellen Sind in beschränkter 
Anzahl in die Schülerbibliotheken aufzunehmen. 
Der Correferent hatte bemerkt, dass ihm angegichts des Wortes 
an gemessen der Zugatz in beschränkter Anzahl überflüssig erschiene. 
Geb. Reg.-R. Sommerbrodt ist für Streichung der These, da diegelbe 
bereits in 2 und 3 enthalten s8ei, wogegen Menge die Aufrechthaltung 
dergelben dringend wüngcht, da zich in den vorliegenden Gutachten gehr 
verschiedene Angichten über .die Zulassung von Romanen und Novellen kund 
gegeben hätten und eine Meinungsäussgerung bierüber gewünscht werde. 
Auch Heine schliesst Sich dieser Ansicht an und meint, dass angemesgsene 
Romane und Novellen nicht auszuschliesgen geien, hält aber den Zugatz „in 
beschränkter Anzahl“, als zu allgemein, für ungeeignet. 
Nach Schluss der Debatte erklärt Sich die Versammlung gegen 
Streichung der These 4, welche auf Vorschlag von Heine mit über- 
wiegender Majorität in folgender Fassupg angenommen wird: 
Angemessene Romane und Novellen g8ind nicht aus- 
zuschliessen. 
Hierzu will Krüger als besondere Thesis (4 b) hinzufügen: 
„Bezüglich der Aufnahme geschenkter Bücher in die 
Bibliothek ist besondere Vorgicht geboten;“ 
was Stechow, da es bereits in These 3 liege, für überflüssig hält. 
Reisacker bemerkt, dass sich in den Schenkungen immerhin ein Ppietäts- 
voller Sinn documentire, welcher nicht auf solche Weise abgewiesen werden 
dürfe. Geb. Reg.-R. Dillenburger betont, der Zusatz Sei überflüggsig; 
ungeeignete Geschenke habe man nicht in Gebrauch zu nehmen. Der An- 
trag Krüger wird nun mit allen Stimmen abgelehnt.
	        

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